Sonntag, 21. Oktober 2012

Ausflug ins Gefängnis: Terror behind the walls

Halloween wirft seinen Schatten voraus und das bedeutet, dass Geister und Häuser in denen es spukt nur so aus dem Boden sprießen. Das Eastern State Penitentiary, ein Gefängnis in der Nähe des Museums of Art, sieht von außen was wie eine kleine Burg aus. Die strahlenförmig vom Mittelpunkt ausgehenden Zellentrakte dienten als Vorlage für viele andere Gefängnisse in den USA. In der Halloween Zeit wird ein Teil des großen Gefängnisses in ein Geisterhaus umgewandelt. Die "Show" ist wirklich Hollywood-reif. Schon vor dem Gefängnis und während man auf Einlass wartet scheinen aus dem Nirgendwo plötzlich gruselig zugerichtete Gestalten zu erscheinen. 
Dann wird man in kleine Gruppen aufgeteilt und mit barschen Tönen (natürlich alles Teil der Show) aufgefordert das Gefängnis zu betreten. Und dann ist es so weit und man findet sich in den dunklen Gängen des Gefängnisses wieder. Man muss hinzufügen, dass das Gebäude eine sogenannte stabilisierte Ruine ist. Allein das ist teilweise schon gruselig und wenn man sich nun noch vorstellt, dass das Licht flackert, gruselige Orgelmusik und das heulen der Werwölfe an den Nerven kratzen, wird es einem vielleicht schon anders. Und wenn dann aus den dunklen Ecken, aus Fenstern in den Wänden oder Tonnen plötzlich Insassen und gruselige Personen springen kann man sich vorstellen wie wir doch das ein oder andere Mal erschraken. Mein Herz schlägt immer noch schneller, obwohl mittlerweile schon einige Stunden vergangen sind. 
Ich kann gar nicht alle Eindrücke wieder geben, so viel haben wir in der knappen Stunde alles erlebt. Wir liefen durch das Gewächshaus der Anstalt, wo Weinreben plötzlich zum Leben erwachten, durch den Hospitaltrakt wo vermeintliche Ärzte mit Luftspritzen uns Angst einjagten, durch einen Bus mit Insassen in der dunkelsten Ecke des Gefängnisses als plötzlich Schüsse ertönten und uns zussammenschrecken ließen. Weiter ging es durch Abstellräume und einer Brücke die sich in einer drehenden Tonne befand und uns das Laufen gehörig erschwerte. 
Das Highlight für mich war der 3D Part. Mit einer entsprechenden Brille liefen wir durch einige Gänge und aus dem Boden und den Wänden kamen uns Skelette entgegen. Doch dabei blieb es nicht: ab und zu löste sich auch wirklich der Umriss einer Hand die nach mir griff oder gar ein ganzer Körper aus der Wand heraus. 
Ich habe zwar noch keine anderen "Haunted Events" in den USA besucht, aber ich denke es wird nicht umsonst als eine der besten Shows ausgezeichnet. An Abenden wie diesem befinden sich ca. 200 Geister - oder besser Schauspieler? - auf dem Gelände. Zwischen den 13 verschiedenen Abschnitten hat man immer wieder eine kurze Verschnaufpause, die wir auch wirklich brauchten, um unseren Herzschlag wieder zu normalisieren und uns natürlich über das Erlebte auszutauschen. Die Veranstalter nutzen diese Pause, um uns immer wieder in kleine Gruppen aufzuteilen, damit alle in den Genuss des Gruselns kommen und nicht bereits durch die Gäste vor einem schon alle Überraschungen sehen. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß und waren doch erstaunt wie oft wir uns gruselten obwohl wir doch wussten, dass das alles nur eine Show ist und die Monster einen nicht mal berühren werden. Das wurde natürlich auch umgekehrt erwartet und falls alle Stränge reißen gibt es noch ein Sprichwort und die Monster lassen von einem ab: "Monster be good!" Nun bleibt es abzuwarten, wie ich heute Nacht schlafen kann :)

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