| Warten auf Sandy - verhungern werden wir nicht |
Irgendwann bin ich dann aber wohl doch eingeschlafen - allerdings immernoch mit normalen Sachen an, falls wir schnell aus dem Haus rausmüssen.
Gegen 3 Uhr nachts wachte ich wieder auf. Ich schaute aus dem Fenster und draußen war es, verglichen zu vorher, fast Windstill. Ich wusste nicht so recht ob wir uns im Auge befanden, oder der Hurricane schon vorbei war, ob da noch was kam und vor allem welchen Schaden der Sturm bereits angerichtet hatte. Allerdings hatten wir immernoch Strom. Wenigstens was also googelte ich um Christine nicht aufzuwecken. Doch alles Informationen die ich fand waren von 23Uhr. Das half mir nicht weiter. Also schrieb ich Emails/Whatsapp Nachrichten nach Deutschland und bekam so von Familie und Freunden Updates was da draußen so vor sich ging. Wie sich später herausstellte hatte es auch einen Grund warum die Informationen so veraltet waren: das National Hurricane Center hatte bisher immer Updates zum Sturm bereitgestellt und anscheinend tun sie dass mindestens alle 3 Stunden. Nachdem Sandy allerdings ihren Landfall hatte, hat sie sich auch abgeschwächt und war nun kein Hurricane der Stufe (der mindestens 75mph also 120km/h) mehr sondern nur noch ein Tropischer Sturm mit ca. 73mph (117km/h). Etwas beruhigter schlief ich dann doch noch einmal ein. Am Morgen machte sich dann aber der extreme Druckabfall den so ein Hurricane mit sich bringt bei mir mit Kopfschmerzen bemerkbar. Von normalen 1015hPa fiel der Druck zeitweise auf 953hPa ab - Rekord für Philadelphia! Im Fernsehen sahen wir welche Spur der Verwüstung der Sturm angerichtet hatte. Meinem Auto ging es in dem überdachten Parkdeck auch noch gut und so konnte ich erstmal beruhigt wieder vom Hotel aus arbeiten. Die Offiziellen warnten immer noch davor jetzt mit dem Auto zu fahren oder spazieren zu gehen, da es viele umgestürzte Bäume und herabhängende, noch unter Strom stehende Kabel gäbe die erst beseitigt werden müssten. Glücklicherweise standen bereits Elektrounternehmen aus Kentucky, Lousisiana, Missouri und anderen Städten bereit. In der Tat standen einige bereits in der Nacht auf dem höhergelegenen Hotelparkplatz bereit auszurücken sobald der Sturm nachlässt. Und so konnten auch unsere Mitbewohner berichten, dass sie bereits am späten Abend wieder Strom hatten und auch ansonsten alles OK mit dem Haus war. Alles in allem scheinen wir in dieser Gegend noch einmal Glück gehabt zu haben, vielleicht auch weil wir uns genau im Zentrum des Hurricanes befanden.
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