Nachdem wir den Sonnenaufgang direkt von unserem Balkon bewundern konnten und dabei die Waffeln vom Vortag zum Frühstück hatten, brachen wir Richtung Colorado auf. Im äußersten Südwesten befindet sich der Mesa Verde Nationalpark, bei dem wir nach ca. 2.45 Stunden ankamen. Auch im Park muss man zunächst einige Meilen zurücklegen bis man eine der vielen archäologischen Stätten erreicht. Die Felsbehausungen der Anasazi sind meist unter Felsvorsprüngen zu finden, die genügend Schatten aber auch Wasser spenden.
Die bekanntesten davon sind das Cliff Palace, Balcony House, das Square Tower House und Spruce Tree House. Da man zumindest für die ersten beiden ein zusätzliches Ticket erwerben muss, entschlossen wir uns nur eines davon nämlich das Balcony House zu besichtigen. Das Abenteuer dabei ist, dass man zunächst eine ca. 10m lange Leiter hinaufklettern muss, um die Felsbehausungen zu erreichen. Und um wieder hinauszugelangen muss man durch einen Tunnel in einer Felspalte kriechen und weitere Leitern und Ketten am Berg hinaufklettern. Als letztes besuchten wir noch das kostenlose Spruce Tree House. Nachdem wir usnere Rundfahrt im Park beendet hatten, ging es wieder Richtung Monument Valley.

Auf dem Weg dorthin kamen wir noch am Four Corners Monument vorbei. Gegen eine geringe Eintrittsgebühr kann man hier in 4 Bundestaaten gleichzeitig sein. Dieser Punkt ist der einzige in den USA, wo sich die Grenzen von gleich vier Bundesstaaten treffen: Colorado, New Mexico, Arizona und Utah. Demjenigen der mit dem Lineal damals die Grenzen definiert hat sei also Dank, dass die Indiander heutzutage eine weitere Einnahmequelle haben.
Übernachten werden wir heute in Kayenta.
Endlich ist es Frühling und das bedeutet, dass die Bäume und Blumen wieder blühen. Nachdem wir die letzte Woche mehrere Tage mit 22°C hatten, standen die Chancen also gut, dass ich doch noch das 100. Cherry Blossom Festival erleben kann. Ich habe meinen Tag in D.C. natürlich sorgfältig Vorausgeplant und alle Tickets bereits online gekauft, was in der Tat auch gut so war. Nachdem ich mir zu Hause mein Lunchpaket noch vorbereitet hatte, nahm ich 7.40 Uhr den Zug nach Philly. Auf der kurzen Fahrt geschah noch eine unangenehme Sache: einer Passagierin war wohl schlecht und besudelte die gesamten Sitze. Diese sind zwar abwaschbar aber so wurde das Problem nicht gelöst. Nein, die Frau wurde an der übernächsten Station raus geschickt, der Schaffner erspähte einen Gast der gerade das Lesen seiner Zeitung beendet hatte und fragte ob er diese haben kann. Damit deckte er dann den Ort des Geschehens einfach ab und hoffte, dass keiner der Passagiere auf die Idee kommt und die Zeitung wieder zusammenlegt und ich trotzdem dahin setzt. Lessons learned: meide Ausgebreitete Zeitungen. In Philly angekommen begab ich mich zur Bushaltestelle des Chinatownbusses. Ein Durcheinander wie ich es mir gut ich China vorstellen könnte. Der Bus war natürlich auch nicht pünktlich aber wirklich bis auf den letzten Platz besetzt. Einige Leute versuchten sich ohne Ticket einen Platz zu ergattern aber irgendwie wurden sie dann doch wieder identifiziert und vor die Tür gesetzt. Alle sind also nicht mitgekommen. Die Fahrt verlief dann größtenteils ohne Vorkommnisse und einem Stopp in Baltimore.

In Washington selbst hatten wir dann Stau und viele Straßen waren von der Polizei abgesperrt worden die nun den Verkehr umleitete. Dadurch und durch den verspäteten Start kamen wir 30 min später im Chinatown von Washington an. Ich machte mich gleich zu Fuss quer durch die Stadt auf in Richtung Tidal Basin, wo die meisten der japanischen Kirschbäume zu finden sind. Entlang der Mall, vorbei am Washington Monument hatte ich es nach 30 Minuten straffem Fussmarsch auch geschafft. Etwas gemütlicher setzte ich nun meinen Spaziergang fort. Das Wetter war mittlerweile herrlich: strahlender Sonnenschein und fast schon zu warm. Eigentlich hätte ich kurze Hosen gebraucht. Die Fotomotive waren auch super umrandet mit den vielen bereits blühenden Kirschzweigen.

Auch für mich gab es noch etwas Neues zu entdecken: das Martin Luther King Memorial welches erst seit kurzem in der Nähe des Lincoln Memorials am Tidal Basin eingeweiht worden ist. Ich setzte meinen Rundgang fort, denn als nächstes stand die Cherry Blossom Boottour auf dem Programm. Vom Washington Marina legten unser Ausflugsboot ab und fuhr den Potomac entlang. Die Sonne schien und strahlte die Stadt herrlich an. 90 Minuten bekamen wir Wissenswertes über Washington erklärt. Nach dem wir wieder das Ufer erreicht hatten, musste ich mich auch schon auf den Rückweg begeben.
Im Chinatown gönnte ich mir dann noch ein Eis bevor ich auf den Bus wartete. Dabei sprach mich ein andere Passagier an und fragte ob dies die Haltestelle sei. Aufgrund des schwer zu verstehenden Dialektes fragte ich ihn woher er denn kommt. Es stellte sich heraus, dass er aus Paris war und natürlich fragte er ob denn nicht Französisch spreche. Ich hätte wohl einfach nein sagen sollen, denn so stand mir eine Französische Konversation bevor und ich wurde diesen Herren nicht wieder los und natürlich verspätete sich der Bus auch wieder. Wieder hieß es, dass der Bus jeden Moment kommt. Als das endlich geschehen war setzte sich der Franzose auch noch neben mich...weitere 3 Stunden Französische Konversation. Doch was wurde das? Kaum waren wir eingestiegen in den Bus, legte der Franzose die Jacke ab und verschwand wieder um sich einen Kaffee zu besorgen. Ob das wohl so eine gute Idee ist? Es kam wie es kommen musste, der Busfahrer stieg ein, startete den Motor, schloss die Tueren und los ging es. Ich rang mit mir. Einerseits war ich froh den anhänglichen Franzosen los zu werden, andererseits tat er mir auch Leid und seine Jacke war ja auch noch im Bus. Ich entschloss mich zum Busfahrer zu gehen und ihm mitzuteilen, dass noch ein Passagier fehlt. Dieser fragte jedoch nur ob wir zusammen reisen und als er meine Antwort hörte winkte er genervt ab mit den Worten "Just the jacket? Ahr forget about it". Nun ich hatte meine Pflicht getan und wollte mich schon zurück auf meinen Sitz begeben. Just in dem Moment klopfte der Franzose aber an die Bustür und da wir gerade an einer Ampel standen, konnte er doch noch einsteigen. Irgendwie war ich dann aber doch froh wieder in Philadelphia anzukommen. Da mein Zug erst in einer Stunde ging schaute ich mir noch einen Tanzworkshop im Convention Center an, wo u.a. die American Dance Academy auftrat.