Mittwoch, 21. Dezember 2011

PA Driver's License

Vielleicht hat sich der ein oder andere zwischenzeitlich schon mal gefragt was nun mit meinem US Führerschein eigentlich geworden ist. Nun das habe ich mich auch. Nämlich bisher: nichts. Nach meinem ersten Versuch, bei dem ich fast staatenlos das Büro wieder verlassen hätte, sollte ich eigentlich nach 1-2 Wochen einen Anruf bekommen, denn dann seien meine Daten mit Deutschland abgeglichen und ich könnte den Führerschein umschreiben lassen. Nun war ich bereits vorige Woche (nach 3 Wochen) wieder im DL Büro, aber immer noch keine Genehmigung von Deutschland war da. Heute wollte ich dann zur Abwechslung mal telefonisch nachfragen. Ich erhielt natürlich keine Auskunft, da man mich am Telefon ja nicht identifizieren könne. Da könnte ja jeder anrufen. Das dies im Umkehrschluss ja eigentlich auch für den Anruf gilt den das DL Büro an mich tätigt, so weit denkt man da anscheinend nicht. Wer garantiert schon, dass wirklich ich den Hörer abnehme und die Information entgegen nimmt!? 
Ich habe nun noch genau 4 Wochen, dann läuft meine Autoversicherung aus, wenn ich keinen US-Führerschein präsentieren kann.  Ich vermute dass die Herrschaften versuchen den Führerschein auf meinen Mittelnamen abzugleichen, der ja komischerweise an erster Stelle steht im Pass jedoch überhaupt nicht auf meinem Führerschein auftaucht, und diese Informationen nicht übereinstimmen....und dabei habe ich doch versucht zu erklären, dass das nicht mein erster Vorname ist sondern nur der Mittelname. Vielen Dank an dieser Stelle an Deutschland, die es jahrelang zuließen Rufnamen in der Geburtsurkunde irgendwo einzutragen und zu unterstreichen und nun plötzlich Pässe ohne diese Information ausstellen.
Nun gut, nun ist erstmal Weihnachten und da es zurück nach Deutschland geht kann es nur von Vorteil sein, dass ich meinen deutschen Führerschein noch habe.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Crime Scene Investigation


Vor kurzem habe ich festegestellt, dass im Benjamin Franklin Museum in Philadelphia gerade eine CSI Exhibition stattfindet.
Ich bin zwar kein CSI-Fan, da die Werbung eine hands-on Experience mit eigener Mordaufklärung versprach und die Kriminalistik mich schon immer interessiert hat, gab ich der Sache eine Chance. Für Samstag 17 Uhr kaufte ich mir ein Ticket, denn dann gibt es diese verbilligt.
Mit dem Zug fuhr ich also wieder nach Philadelphia. Das Benjamin Franklin Institute ist ein Wissenschafts- und Technik-Museum, benannt nach dem gleichnamigen Wissenschaftler und Staatsmann. Um nur einen kleinen Einblick in die Bedeutung des Institutes zu geben: bereits Nikola Tesla hielt hier Vorträge und 1934 wurde hier das erste rein elektronische Fernsehsystem vorgestellt.
Durch große, schwere Tueren gelangte man ins Innere. In einer Halle sitzt Benjamin Franklin in Uebergroesse auf auf seinem Stuhl. Man könnte fast meinen man findet sich im Lincoln Memorial in Washington D.C. wieder, den abgesehen vom Gesicht nehmen sich die beiden Körper nicht viel. Während ich noch den überdimensionalen B. Franklin bewunderte, verdunkelte sich plötzlich die Halle und an den 4 abgeflachten Ecken wurde eine Lasershow projektiert: über das Leben und Schaffen des Staatsmannes. Die Show dauert keine 5 Minuten ist aber sehr nett gemacht und wirklich sehenswert.
Ich setzte meinen Weg fort zur CSI Ausstellung. Zunächst erfolgte eine kurze Unterweisung per Video Botschaft von den Schauspielern der Serie. Dann bekam ich meinen Notizzettel und einen Bleistift und auf ging es. Im Museum waren 3 unterschiedliche Tatorte aufgebaut. Meiner zeigte eine Kellnerin, die in einer verlassenen Seitenstrasse ermordet wurde. Nachdem alle Beweise notiert wurden waren (ein Beweis - die Drogen - waren bereits nicht mehr am Tatort zu finden...wer weiss wer sich die unter den Nagel gerissen hatte) ging es zu den Laboren. Kleine Aufgabenstellungen mit Hinweisen wie "Mit wem hat die Ermordete zu letzt gesimst", oder eine DNA Analyse gaben die Richtung bereits grob vor. Neben einem Vergleich der Reifenspuren und einer chemischen Analyse (die jedoch bereits vorbereitet wurden war) durchlief ich 3 verschiedene Labore. Am Ende noch meine Erkenntnisse in den Computer eingeben und abgeschlossen ist der Fall.
Alles in allem ein guter Ansatz. Für ein Science Museum hätte ich mir allerdings doch gewünscht, dass ich meinen eigenen Kopf ein bisschen mehr anstrengen muss. Außerdem war es gerade nach 45 Minuten recht voll geworden in der Ausstellung und man musste warten bis man an einen der 2 zur Verfuegung stehenden Laborplätze kam. Leider waren auch schon einige Computer oder Nachschlagewerke kaputt und unbrauchbar. Die Ausstellung verlaesst am 2. Januar Philadelphia. Kann man nur hoffen, dass das bei der naechsten Station repariert ist. Ich war jedenfalls froh nur $10 an statt der regulaeren $25 gezahlt zu haben, denn so hat das Preis-Leistungs-Verhaeltnis immerhin gepasst.
Das Benjamin Franklin Institute will ich aber auf jeden Fall noch einmal besuchen. Besonders die Electricity and Technology und die Franklin Airshow interessiert mich noch. Ausserdem werden mehrere IMAX Shows angeboten.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Philadelphia - Soul of City Center

Auf Groupon habe ich vor einigen Tagen ein Angebot für einen Stadtrundgang in Philadelphia gefunden: Soul of City Center. Eine spezielle Holiday Tour wird in der Weihnachtszeit durchgeführt. Mit dem Zug fuhr ich bis zur Suburban Station, denn an der berühmten Wäscheklammer war der Startpunkt unserer Tour. Wir waren ca. 12 Personen pro Guide und zu meiner Überraschung kamen meine Gruppenmitglieder alle aus Phildelphia. Und ich dachte schon ich müsse bereits alles kennen. Zuerst ging es in das Wanamakerbuilding. Einst der erste und größte Retailstore der USA der angeblich auch die Pricetags erfunden hat und den Slogan: der Kunde hat immer Recht, dann in den 90er Jahren wohl vom Markt verschwunden und das Gebäude wurde von Macy's samt Traditionen übernommen. Im Wanamakers wurden auch die ersten offiziellen Monopoly-Spiele verkauft. Wanamaker hat auch das Umtauschrecht und Geld zurück für die Ware eingeführt. Im Gebäude befindet sich neben vielen Produkten die größte bespielbare Orgel der Welt und jedes Jahr in der Weihnachtszeit findet hier stündlich die Christmas Light Show statt. Bei der 15 Minütigen Show wird Weihnachtsmusik gespielt und passend dazu leuchten LED Lampen auf um Schneemänner, Rentiere und Santa Clause zu zeigen. Sehr schön gemacht, und dazu noch kostenlos.
Wir setzten unseren Rundgang zum Convention Center in Philadelphia fort. Wir würden dazu eine Mehrzweckhalle sagen, in der Ausstellungen, Konferenzen etc stattfinden. Das Besondere daran ist jedoch, dass ein Teil der Halle der ehemalige Reading Railroad Terminal ist. Bis 1985 sind hier also noch Züge ein und ausgefahren und heutzutage findet hier die Philadelphia Auto Show oder Flower Show in der Halle statt.
Unser Rundgang führte uns nun in den angrenzenden Reading Terminal Market. Dieser öffentliche indoor-Markt bietet frische Produkte aus aller Herren Länder an. In der Weihnachtszeit wird auch eine kleine Modelleisenbahn aufgebaut. In den sehr europäisch anmutenden Häuserreihen versteckte sich auch das ein oder andere markante Gebäude aus Phildelphia.
Weiter ging es zum Logan Square und hier verbarg sich für mich die eigentliche Überraschung: The Christmas Village. Ein richtiger, kleiner Weihnachtsmarkt war hier aufgebaut mit einem großen Weihnachtsbaum in der Mitte. In den Hütten konnte man deutsche Weihnachtsbaumkugeln kaufen, oder Lebkuchen Herzen mit "Frohe Weihnachten". Und sogar Glühwein gab es hier. Man hat extra eine Ausnahmeregelung geschaffen, damit Alkohol auf dem Platz ausgeschenkt und getrunken werden kann. Natürlich gab es auch Nürnberger Lebkuchen, Dominosteine und Stolle, aber die Preise waren auch entsprechend hoch. Deshalb leistete ich mir nur eine Türe frischer gebrannter Mandeln von der netten deutschen Verkäuferin.
Nachdem ich meiner Gruppe also die deutsche Weihnachtstradition näher gebracht hatte und der Guide uns Lebkuchenherzen gekauft hatte, ging es zur nächsten Attraktion: dem Comcast Building. Als ich zuletzt in Phildelphia war, wurde dieses Gebäude noch errichtet. Mittlerweile ist es das höchste Gebäude in Philadelphia. Auch hier gab es eine Christmas Light Show, doch diesesmal auf einer riesigen LED Leinwand. Bis vor kurzem wohl auch noch das größte Display bis die Dallas Cowboys in ihrem Stadion nachgezogen haben. Zwischen Thanksgiving und Weihnachten läuft hier die Holiday Show, aber auch über das restliche Jahr laufen dort Shows. Das Besondere hierbei war neben Musik, und Schnee der von oben herabrieselte, dass man die Leinwand überhaupt nicht sieht, denn wenn keine Show läuft wird die Maserung des umgebenden Holzes täuschend echt angezeigt. Wir lernten auch, dass Philadelphia ein sogenanntes "Art Law" hat. 1% des Budgets für einen Neubau etc. muss für Kunst(objekte) ausgegeben werden. Im Comcast Building war ein Teil davon die riesige LED Wand.
Unser letzter Stopp war im Rittenhouse Square, wo wir den Weihnachtsbaum bewundern konnten.
Mit dem Zug ging es für mich dann zurück nach Hause.

Hier findet ihr einen kleinen Ausschnitt von den beiden Shows

Macy's:









Comcast:

Samstag, 3. Dezember 2011

Abschied im doppelten Sinne

Heute morgen habe ich Jan wieder zum Flughafen nach Newark gebracht habe, damit er zurück nach Philadelphia fliegen kann und von dort dann weiter nach Frankfurt. Eine "Umbuchung", so dass er nur den zweiten Teil des Fluges von Philadelphia nach Frankfurt wahrnimmt, hätte uns bei US Airways $340 gekostet. Also mussten wir diesen Umweg in Kauf nehmen. Am Nachmittag packte dann auch ich meine Sachen zusammen, denn ich zog weiter. Weg von meiner schönen Wohnung nahe bei Siemens nach Wayne. Hier habe ich momentan nur ein kleines Zimmer und wohne zusammen mit 2 US-Studentinnen Sarah und Sonya, sowie einer amerikansichen Projektleiterin aus Alabama in einem Haus. Wir haben das Obergeschoss für uns und im unteren Teil des Hauses leben die Vermieter. Die Küche ist groß und super eingerichtet, sogar mit Gasherd. Da muss ich mich erstmal an die neue Kochgeschwindigkeit gewöhnen. Ich freu mich schon auf den Sommer, denn wir haben auch ein riesiges Deck (hölzerner Terassenvorbau) an unserem Wohnzimmer, wo sich bestimmt anstrengender Tag gut ausklingen lässt. Allerdings ist es recht kalt im gesamten Haus, nur 65F was umgerechnet nur 18,3°C entspricht. Ich als alter Schrumpfgermane werde mir also auf alle Fälle einen kleinen elektrischen Heater zulegen. Meine Mitbewohnerinnen haben das wohl schon getan.
Bilder werden folgen.

Mittwoch, 30. November 2011

Longwood Gardens


Petersilienweihnachtsbaum
Nach der Arbeit hatte ich Tickets für die Longwood Gardens in Kennet Square reserviert. Die riesige Gartenanlage hat schon das "Christmas Display" aufgelegt. Da es schon dunkel war als wir um 18 Uhr das Gelände betraten, konnten wir die vielen beleuchteten Bäume und Beete bewundern. In einem Open Air Theater fand ein Wasserspiel zu Weihnachtslieder statt und im Ball Room des Konservatoriums sang ein Kirchenchor Weihnachtslieder.
Auch die Inneneinrichtungen waren schön mit Weihnachtsternen und geschmückten Tannenbäumen dekoriert. Selbst Weihnachtskränze aus Kräutern und einen Weihnachtsbaum aus Petersilie gab es. Nach ca. 3h verließen wir den Garten wieder und hätten durchaus noch einiges Zeit bleiben können, wenn der Garten nicht um 21 Uhr schließen würde. 

Dienstag, 29. November 2011

Abschluss des Autokaufs

Nachdem ich nun endlich meinen Kredit bekommen hatte und aufgrund der zahlreichen Checks über jeden noch so kleinen Betrag auf die Bank rennen muss, habe ich in den letzten 3 Wochen mehr Zeit auf Banken verbracht, als in den letzten 3 Jahren in Deutschland. Zudem ist man dort auch noch immer wieder verwirrt durch meinen 2. Vornamen der an erster Stelle steht, so dass ich jedes Mal meine gesammelten Dokumente vorlegen muss, dass ich auch wirklich unter beiden Namen laufen kann.
Nun konnte ich also heute Abend mein Auto endlich in Empfang nehmen. Das Auto wählt sogar selbstständig den Notruf wenn ich in einem Unfall verwickelt bin und mein Handy per Bluetooth angeschlossen habe. Hoffen wir mal dass ich das nie brauche. Zum Glück waren wir zu zweit, so konnten wir gleich am Flughafen den Mietwagen abgeben.

Sonntag, 27. November 2011

In den Hamptons auf Long Island

Die Nacht war endlich vorüber und nachdem wir uns entscheiden konnten bei Lärm oder Kälte zu schlafen, da die Klimaanlage einfach fürchterlich laut war, waren wir froh uns zeitig wieder auf den Weg zu machen. Wir schafften sogar noch die 8 Uhr Cross Sound Faehre von New London nach Orient Point auf Long Island. Long Island hat einiges zu bieten. Vor allem im Norden findet man viele Weinkeltereien und Farmen. Im Süden, wo es uns hinverschlugt, sind die berühmten Hamptons, wo sich reichere New Yorker niedergelassen haben, um im Sommer vor dem Trubel in NYC zu flüchten. Wir machten kurze Spaziergänge in Bridgehampton und West Hampton und fuhren dann nach Manauk. Hier am östlichsten Zipfel der Insel fühlt man sich wie am Ende der USA, nur ein Leuchtturm steht hier noch. Im Städtchen selbst lebt man größtenteils vom Fischfang. Der wird in einer großen Halle auf Eis gepackt und dann nach NYC transportiert, wo er auf dem Fulton Market verkauft wird. "Der Kapitän hat lediglich seinen Namen auf der Fischkiste und bekommt dann einen Scheck über den Erlös zugesendet. Das funktioniert schon so seit über 100 Jahren" erklärte uns ein Einheimischer.
Auch ganz in der Nähe befindet sich die erste Ranch der USA - also die Geburtsstätte der Cowboys. Auf unserem Rückweg machten wir noch einen Stopp in Southhampton, der größten Stadt der Hamptons. Auch hier gab es edle Boutiquen und die Straßen waren bereits weihnachtlich dekoriert. Spaßeshalber haben wir uns einige Immobilienprospekte mitgenommen, aber die Preise selbst für kleine Häuser liegen jenseits von Gut und Böse. Was der ganze Rummel um die Hamptons soll, verstehen wir nicht so ganz, denn schöne Strände gibt es doch häufig hier. Und die Hotelpreise auf ganz Long Island sind selbst um diese Jahreszeit für uns zu teuer gewesen.
Wir machten uns gegen 17 Uhr auf den Rückweg, landeten jedoch kurz vor New York City in einem Stau, so dass wir erst gegen 21 Uhr wieder in Malvern ankamen.