Mittwoch, 30. November 2011

Longwood Gardens


Petersilienweihnachtsbaum
Nach der Arbeit hatte ich Tickets für die Longwood Gardens in Kennet Square reserviert. Die riesige Gartenanlage hat schon das "Christmas Display" aufgelegt. Da es schon dunkel war als wir um 18 Uhr das Gelände betraten, konnten wir die vielen beleuchteten Bäume und Beete bewundern. In einem Open Air Theater fand ein Wasserspiel zu Weihnachtslieder statt und im Ball Room des Konservatoriums sang ein Kirchenchor Weihnachtslieder.
Auch die Inneneinrichtungen waren schön mit Weihnachtsternen und geschmückten Tannenbäumen dekoriert. Selbst Weihnachtskränze aus Kräutern und einen Weihnachtsbaum aus Petersilie gab es. Nach ca. 3h verließen wir den Garten wieder und hätten durchaus noch einiges Zeit bleiben können, wenn der Garten nicht um 21 Uhr schließen würde. 

Dienstag, 29. November 2011

Abschluss des Autokaufs

Nachdem ich nun endlich meinen Kredit bekommen hatte und aufgrund der zahlreichen Checks über jeden noch so kleinen Betrag auf die Bank rennen muss, habe ich in den letzten 3 Wochen mehr Zeit auf Banken verbracht, als in den letzten 3 Jahren in Deutschland. Zudem ist man dort auch noch immer wieder verwirrt durch meinen 2. Vornamen der an erster Stelle steht, so dass ich jedes Mal meine gesammelten Dokumente vorlegen muss, dass ich auch wirklich unter beiden Namen laufen kann.
Nun konnte ich also heute Abend mein Auto endlich in Empfang nehmen. Das Auto wählt sogar selbstständig den Notruf wenn ich in einem Unfall verwickelt bin und mein Handy per Bluetooth angeschlossen habe. Hoffen wir mal dass ich das nie brauche. Zum Glück waren wir zu zweit, so konnten wir gleich am Flughafen den Mietwagen abgeben.

Sonntag, 27. November 2011

In den Hamptons auf Long Island

Die Nacht war endlich vorüber und nachdem wir uns entscheiden konnten bei Lärm oder Kälte zu schlafen, da die Klimaanlage einfach fürchterlich laut war, waren wir froh uns zeitig wieder auf den Weg zu machen. Wir schafften sogar noch die 8 Uhr Cross Sound Faehre von New London nach Orient Point auf Long Island. Long Island hat einiges zu bieten. Vor allem im Norden findet man viele Weinkeltereien und Farmen. Im Süden, wo es uns hinverschlugt, sind die berühmten Hamptons, wo sich reichere New Yorker niedergelassen haben, um im Sommer vor dem Trubel in NYC zu flüchten. Wir machten kurze Spaziergänge in Bridgehampton und West Hampton und fuhren dann nach Manauk. Hier am östlichsten Zipfel der Insel fühlt man sich wie am Ende der USA, nur ein Leuchtturm steht hier noch. Im Städtchen selbst lebt man größtenteils vom Fischfang. Der wird in einer großen Halle auf Eis gepackt und dann nach NYC transportiert, wo er auf dem Fulton Market verkauft wird. "Der Kapitän hat lediglich seinen Namen auf der Fischkiste und bekommt dann einen Scheck über den Erlös zugesendet. Das funktioniert schon so seit über 100 Jahren" erklärte uns ein Einheimischer.
Auch ganz in der Nähe befindet sich die erste Ranch der USA - also die Geburtsstätte der Cowboys. Auf unserem Rückweg machten wir noch einen Stopp in Southhampton, der größten Stadt der Hamptons. Auch hier gab es edle Boutiquen und die Straßen waren bereits weihnachtlich dekoriert. Spaßeshalber haben wir uns einige Immobilienprospekte mitgenommen, aber die Preise selbst für kleine Häuser liegen jenseits von Gut und Böse. Was der ganze Rummel um die Hamptons soll, verstehen wir nicht so ganz, denn schöne Strände gibt es doch häufig hier. Und die Hotelpreise auf ganz Long Island sind selbst um diese Jahreszeit für uns zu teuer gewesen.
Wir machten uns gegen 17 Uhr auf den Rückweg, landeten jedoch kurz vor New York City in einem Stau, so dass wir erst gegen 21 Uhr wieder in Malvern ankamen. 

Samstag, 26. November 2011

Cape Cod

Nachdem wir beim Stop & Shop unser Frühstück besorgt hatten, setzten wir unsere Reise nach Cape Cod fort. Den ersten Stopp machten wir in Fairmouth. Hübsche kleine Läden säumten die Main Street. Einen kurzen Abstecher nach Whiteport und dann fuhren wir durch das Naturschutzgebiet und entlang der langen Sandstrände und Dünen nach Norden. Hier in der "Faust der Insel" befindet sich Provincetown. Auch bekannt als P-Town, die Schwulenhochburg der USA. Einst Wal- und Fischfang Hafenort, ist der Ort heute ein Anziehungspunkt für Touristen und Künstler. Eine Attraktion der Stadt ist aber auch das Pilgrim Monument. Und nun ein kleines Rätsel (bitte nicht googln ;) ): Der Turm in welcher europäische Stadt stand für diesen Turm Modell?
Der Sonnenuntergang tauchte das Wasser im Hafen in ein sehr dunkles blau, als hätte jemand ein Tintenfass hineingegossen. In der Dämmerung schlenderten wir durch die kleine Stadt, deren ausgefallenen Läden schon weihnachtlich beleuchtet waren. Leider wird es um diese Jahreszeit schon so zeitig dunkel, so dass wir uns 17 Uhr nach Einbruch der Dunkelheit schon wieder auf den Rückweg machten. Wir hatten ein Zimmer im Ramada gebucht und kamen dort gegen 20 Uhr an. Die erste negative Überraschung erwartete uns an der Rezeption. Angeblich hätten wir 2 Zimmer gebucht. Ich war mir aber ziemlich sicher, nur eine Bestätigung für ein Zimmer von Hotels.com erhalten zu haben.
Der Angestellte meinte ich solle mich unverzüglich mit der Hotline in Verbindung setzen. Das Zimmer war auch nicht so super, dass man davon hätte zwei haben wollen. Es roch etwas muffig, an der Decke bröckelte der Zement ab und es sah aus als hätte es schon einmal durchgeregnet. Die Teppiche waren alt und die Einrichtung ebenfalls. Der Kühlschrank eiferte mit der Klimaanlage, die auch als Heizung funktioniert, um die Wette wer den meisten Lärm machen kann. Alles in allem nicht das was ich von einem RAMADA erwartet hätte. Nachdem ich 30 Minuten versucht hatte Hotels.com zu erreichen, aber nur in der Warteschlange hängen blieb, legte ich genervt auf. Schließlich wollten wir uns nicht den gesamten Abend verderben lassen und Hunger hatten wir auch noch. Ganz in der Nähe fanden wir das Olio ein sehr schönes Restaurant nach italienischem Vorbild mit sehr gutem Essen. So wurde der Abend wenigsten noch ein bisschen besser.

Freitag, 25. November 2011

Ein Wochenende am Meer

Ursprünglich wollten wir ja mal shoppen gehen um diesen ganzen Rummel um gute Deals live mitzuerleben. Nachdem wir aber gehört hatten, dass man dann schon ewig vorher anstehen muss, und sich genau informieren muss, wo welche Deals im Laden versteckt sind, damit man von den wenigen Posten einen ergattert, beschlossen wir lieber ruhig irgendwo einen kleinen Roadtrip zu machen. Unsere Wahl fiel auf Cape Cod. Kurz nach 8 Uhr morgens machten wir uns auf den Weg nach Norden. Unser Hotel lag in Newport, Rhode Island und unser Weg dorthin führte uns auf der Interstate durch New York. Genauergesagt durch die Bronx - und das was wir bei dem zähflüssigen Verkehr gesehen haben, war nicht gerade einladend. 
Unsere Mittagspause verbrachten wir am Meer und das Wetter war super. Sonnenschein und ca. 15 Grad Celsius und das Ende November. Mehr kann man nicht erwarten. Einen Abstecher machten wir zumSuccatosh Marsh State Park. Dieser liegt auch schön am Meer, ist geprägt von einer Sumpflandschaft und Felsen, die in der Eiszeit geschliffen wurden sind. Weiter ging es nach Mystic, einer kleinen Stadt in Connecticut deren Attraktion eine Zugbrücke ist.
Den Sonnenuntergang erlebten wir in Newport (ein ähnliches Bild an fast genau der gleichen Stelle habe ich vor 5 Jahren schon einmal geschossen - mittlerweile stehen an der Stelle aber überall Betreten verboten Schilder). Unser Hotel ist super und sehr schön eingerichtet. Und das ganze für nur $12. Denn wenn man bei Hotels.com 10 Nächte gebucht hat, bekommt man eine Nacht umsonst. Funktioniert aber nur bei der US-Seite und nicht bei der deutschen. Die Tax muss man natürlich selber noch zahlen, daher die $12. Nach dem Abendessen beim Chili's ließen wir den Abend im Hotelpool und Whirlpool ausklingen.

Donnerstag, 24. November 2011

Thanksgiving - Food, Family, Football...und Left-overs

Gestern Abend hatte ich Jan vom Flughafen in Newark abgeholt. Leider hatte er 1 Stunde Verspätung, so dass wir erst gegen Mitternacht wieder zu Hause waren. Heute morgen hieß es dann erstmal ausschlafen. Obwohl das bei der Zeitverschiebung auch nicht so klappte. Am Vormittag planten wir unseren morgigen Thanksgiving Ausflug (schließlich ist das die einzige Zeit wo ich mal 4 Tage hintereinander frei habe). 15 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Haus meiner Chefin, denn wir waren zum Thanksgiving Dinner eingeladen. Schwester mit Familie, Mann und Tochter mit Freund waren auch dabei. Die Themen waren quer durch von meinem Autokauf, über die Tätigkeit der Schwester als Sozialarbeiterin an einer Schule, die deutsche Abstammung des Mannes etc. Gegen 17 Uhr gab es dann die Hauptmahlzeit den Turkey mit allerlei Beilagen. In unserem Fall war der Truthahn nicht gefüllte, sondern das Stuffing gab es als Beilage. Kartoffelbrei mit Sour Creme, Kasserole mit Möhren, Bohnen, etc  Schmeckte alles sehr gut, war aber auch sehr reichlich gekocht. Dann wurde erstmal pausiert und nebenbei Football geschaut. Das ist wohl auch sehr üblich. Nicht dass es der Super Bowl gewesen wäre aber in den USA gehört das wohl dazu - auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass die ersten Einwohner, die Thanksgiving feierten, definitiv nicht Football geschaut haben. Nach einer Stunde ging es mit dem Dessert weiter. Chocolate Cheesecake, Banana Cheese Cream Kuchen, Kürbiscremerolle und Minzplaettchen die für amerikansiche Verhältnisse sehr gut schmeckten. Sie waren allerdings auch von Trader Joe's und als ich berichtete dass dieser auch den Aldi Brüdern gehörte, war man schon fast geschockt ;)
Eine halbe Stunde nach dem Dessert machten wir uns auf den Heimweg. Natürlich nicht ohne zumindest noch ein Stück vom Dessert mitzubekommen. Denn was wir heute gelernt haben ist: Thanksgiving is all about the food...and the left-overs. Außerdem haben wir erfahren wie es zu dem Namen "Black Friday" fuer den darauffolgenden Tag kam. Das hat weniger mit dem Schwarzen Freitag aus den 20ern zu tun. Viel mehr erlebten die Geschäfte früher nach dem Sommer einen Einbruch an Verkaufszahlen und landeten oftmals in den roten Zahlen. Nach Thanksgiving, also beginnend am Freitag, starteten die Weihnachtseinkäufe und die Geschäfte schrieben endlich wieder schwarze Zahlen.

Dienstag, 22. November 2011

Man darf nicht 2 IDs besitzen

Nachdem ich gestern Abend bei meinen neuen Landlords den Mietvertrag abgeholt hatte und einen ersten Blick auf die Wohnung werfen konnte, die ich ab Dezember beziehen werden, unternahm ich heute den Versuch endlich meinen US Führerschein zu beantragen. Um 9 Uhr hatte ich mich mit der Frau vom Destination Service am Driver's License Center verabredet. Rein, eine Nummer ziehen und warten. Als ich endlich aufgerufen wurde, wollte die Dame hinter dem Schalter nur meinen Führerschein sehen. Keine der weiteren Dokumente, die ich mir so hart zusammengesucht hatte in den letzten Tagen. Nachdem sie diesen abgetippt, kopiert und was weiß ich nicht alles hatte, gab sie ihn mir zurück und meinte man müsse nun erst mit Deutschland klären, ob der Führerschein noch gültig ist. Das dauert weitere 2 Wochen. Hätte man mir das mal eher gesagt, wär ich schon vor 3 Wochen dort hinmarschiert, zumal man keine weiteren Dokumente brauchte.
Nun muss ich mir aber ein Auto kaufen. Und da der Dealer am Samstag meinte, ohne US Führerschein oder wenigstens eine ID geht die Zulassung nicht, saß ich nun in der Klemme. Ich habe zwar ein Auto, aber kann es nicht zulassen. Als ich die Dame im Führerscheincenter fragte, ob sie nicht wenigstens eine vorübergehende ID ausstellen könnte, war die Antwort, dass man auch dafür den Führerscheinabgleich abwarten müsse!? Auch auf meine Erwiderung dass doch nicht jeder einen Führerschein hat und dieser dann doch auch eine ID bekommen könnte blieb sie stur und wimmelte uns ab. Unverrichteter Dinge zogen wir also ab. Ich ließ allerdings nicht locker und wollte einen anderen Angestellten befragen. Da kam die erste Angestellte vom Schalter plötzlich hinterhergerannt, meinte sie hätte etwas falsches erzählt und ich koenne eine ID bekommen. Wir sollen noch einmal Platz nehmen und sie wird uns dann in 15 Minuten drannehmen. Jetzt sei erstmal ihre Pause. Im doch so serviceorientierten Amerika gibt es sie also doch - die Beamten.
Nun 20 Minuten später durfte ich also wieder an den Schalter, dieses Mal wurde meine Dokumente gesichtet ich musste ein Formular ausfüllen, dann bemerkte sie es ist das falsche, dann musste ich ein anderes Formular ausfüllen, was ebenso inkonsequent darauf hinwies dass ich meinen Führerschein abgeben muss, wenn ich eine ID bekomme (wohlgemerkt keine Driver's License), sie tippte meine Daten in Seelenruhe in ihre Formulare ab und zum krönenden Abschluss kam die Bemerkung "I will put a hold on this" und deutete gleichzeitig auf meinen neuen deutschen  Personalausweis. Die Dame vom Delegation Service nickte nur und bei mir läuteten alle Alarmglocken. Wollte die Frau Beamtin doch meinen Personalausweis einbehalten, mit der Begründung, dass man nicht 2 IDs besitzen dürfe!? Das wär ja genauso als wenn sie verlangen würde dass ich meine deutsche Nationalität abgebe nur weil ich hier eine Pennsylvania Fotokarte brauche. Unsere Deutsche ID kostet fast 60 Euro, ein Vermögen verglichen zu den $13 die man hier für den Führerschein oder die ID zahlt. Und schließlich bekomme ich auch nicht die amerikanische Staatsbürgerschaft und außerdem kann man mit den neuen Ausweisen auch digital signieren. Ob sie meine Informationsflut verstanden hat, da bin ich mir nicht sicher, auf alle Fälle durfte ich meinen Personalausweis behalten und sie tippte die Daten vom Führerschein wieder in ihren Computer ein. Unter murren versteht sich. Dann noch in die Schlange zum Fotomachen und kurz darauf hielt ich meine Pennsylvania ID in den Händen.
Nun schnell weg hier, denn ich hatte das Gefühl noch ein paar Minuten länger und ich marschiere staatenlos aus diesem Gebäude.