Montag, 19. November 2012

Ft. Lauderdale

Nach einem für amerikanische Verhältnisse sehr guten Frühstück ging es zunächst nach Boca Raton, wo wir allerdings nur durchfuhren, um dann weiter die Route 1A Richtung Süden zu fahren. In Fort Lauderdale angekommen parkten wir an der Las Olas Riverfront und schlenderten den Riverwalk entlang bis wir den Las Olas Boulevard erreichten. Dies ist eine gehobenere Einkaufs- und Restaurantmeile. Mit dem Water Taxi setzten wir unseren Stadtrundgang fort. Mit einem Tagesticket kann man den ganzen Tag fahren und dabei an den verschiedenen Haltestellen ein- und aussteigen. Wir stiegen am Yachthafen aus, wo wir die Yachten von Steven Spielberg und dem Modedesigner Ralph Lauren von nahem betrachten konnten. Auf unserer Fahrt kamen wir auch an der Millionaire's Row vorbei, die eigentlich den Namen Billionaire verdient hätte. Inhaber der Motelkette Motel 6, Erfinder der Alka Seltzer, Eigentümer von Wells Fargo Bank, Footballspieler, das ehemalige Haus von Sonny und Cher, L'Oreal, Tochter des Fast Foodketten Inhabers von Wendy's und so weiter. So schnell konnte man gar nicht gucken, wie da die Häuser der Reichen an einem vorbeizogen. Wir kamen auch am Ft. Lauderdale White House vorbei. Nach guten ca. 2h legten wir eine Pause ein und aßen ein frühes Abendessen in der Cheesecake Factory. Dann ging es mit dem Water Taxi weiter.
Mittlerweile war es dunkel geworden und wir konnten die beleuchteten Villen bewundern. Wir fuhren aber nicht die gesamte Strecke. Ft. Lauderdale wird nicht umsonst das Venedig der USA genannt! Die vielen palmengesäumten Seestraßen mit den luxuriösen Yachten gefielen uns sehr gut. Außerdem spielte heute das Wetter auch mit: strahlender Sonnenschein und ca. 23°C auch wenn es nach Einbruch der Dunkelheit schnell kühler wurde.

Übernachten werden wir heute im The Forum in Pompano Beach. Das ist zwar wieder etwas nördlich aber zumindest noch preislich erschwinglich. Das besondere an diesem Hotel ist, dass es sich in dem Gebäude eines alten Krankenhaus befindet und die Räume kreisförmig angeordnet sind. In der anderen Hälfte befindet sich wohl eine christliche Mission auf jeden Fall war striktes Alkoholverbot im Gebäude.

Sonntag, 18. November 2012

Kennedy Space Center

Für mich stand heute eines der Highlights auf dem Plan. Auf der Merritt Island befindet sich das weltbekannte Cape Caneveral. Mittlerweile starten hier zwar keine bemannten Shuttlemissionen mehr, aber die ein oder andere unbemannte Mission wird noch abgeschossen. Natürlich musste man auch hier noch einmal extra für den Parkplatz bezahlen, bevor man auf das eigentliche Gelände durfte. Auf dem Gelände wird man gleich vom Rocket Garden empfangen, wo die Raketen aufgereiht sind wie die Orgelpfeifen. Zu unserem Ticket gehörte auch eine Bustour, die uns in den sonst nicht zugänglichen Bereich der Appollo Missionen führte. Auf dem Weg dahin werden kurze Videos im Bus gezeigt und bei Appollo angekommen bekommt man zunächst ein Video über die Anfänge der Raumfahrt in den USA gezeigt: wie sich der Wettstreit im kalten Krieg gegen Russland aufgeschaukelt hat, wie die ersten Versuche mit Menschenverlusten endeten und dann letztlich der Erfolg mit Appollo 11. Dann kamen wir in den Hangar in dem eine maßstabsgerechte Rakete aufgebaut war. Sehr interessant wie sich diese zusammensetzt und wann welche Komponente während der Mission einfach abgeworfen wird. An so einem Raketenbau wirken so viele Firmen mit, jeder baut ein Stück und letztlich müssen diese Komponenten alle zusammenarbeiten. Mich würde interessieren wer da der Projektleiter war und wie die ihre Testspezifikation geschrieben haben. 
Weiterhin gab es noch verschiedene Raumfahrtutensilien zu bewundern bevor wir uns wieder auf den Rückweg zum Hauptgelände machten. Besonders toll fand ich hier die Simulation eines Spaceshuttlestarts, die harmloser war als eine Achterbahnfahrt, da die Neigung max. 90Grad betrug. Wir schauten uns außerdem 2 3D Filme im IMAX an (inklusive) über die ISS und das Hubble Telescope. Sehr interessant und gesprochen von Tom Cruise und Leonardo DiCaprio. Außerdem gab es noch diverse andere Museen wie das Nature und Space oder das mit den Robotern im Weltall (wo auch kurz die neueste Mission mit Curiosity erwähnt wurde an der Siemens mitgewirkt hat). Da uns aber langsam die Zeit davon rannte und wir noch in die etwas außerhalb liegende Space Hall of Fame wollten, schauten wir uns das nur oberflächlich an. Die Hall of Fame ist auch sehr interessant und erinnert auch an die verunglückten Missionen Columbia, Challenger, Endavour. Leider schließt hier alles bereits um 5 Uhr, so dass wir quasi rausgeschmissen wurden aus dem Museum.
Ich fand das alles wirklich sehr interessant, hätte mir jedoch gewünscht, dass wir auch mal mit einem Guide richtig sprechen könnten und Fragen stellen dürfen, bspw. Warum gerade der Standort etc. Leider waren dafür nur Informationstafeln und Audiostationen mit vorgefertigten Standardinformationen vorgesehen.
Übernachten werden wir im Fairfield Inn von Marriott außerhalb von Boca Raton.

Samstag, 17. November 2012

Ocala National Forest

Nach dem Frühstück im Hotel, welches ähnlich war wie gestern, brachen wir Richtung Ocala National Forest auf. Dies ist mit 103m zugleich die höchste Erhebung Floridas. Die grüne Ebene stellt eine Mischung aus Nadel- und Laubwald dar, unterbrochen durch viele Palmen. Verschiedene Wanderwege gab es auch und wir liefen den Salt Springs Trail durch einen kleinen Urwald bis zum Lake George. Weiter ging unsere Fahrt entlang des Florida Black Bear Scenic Byways. Leider hatten wir auch hier wieder keine Bärensichtung - oder zum Glück? Zum Mittag legten wir ein Picknick in einer der Recreation Areas ein und es kam sogar mal die Sonne zum Vorschein. Eine weitere kurze Wanderung unternahmen wir am Yearling Trail, dem Ort wo die Geschichte des Pulitzer Preis dekorierten Buch "The Yearling" spielt. Am Nachmittag verließen wir den Park Richtung Osten. Nächster, nur kurzer Halt, war am Daytona Beach. Doch vorher kamen wir noch an der Daytona Speedway vorbei, wo die bekannten NASCAR Streetcarrennen stattfinden. Den Strand selbst kann man angeblich befahren, aber als wir hier waren herrschte starker Wind, hohe Wellen und vom Strand an sich war nicht viel übrig. Also setzten wir unseren Weg fort nach Titusville wo wir heute Nacht wieder in einem Best Western übernachten werden. Zum Abendessen ging es in das angegliederte Durango Steakhouse.


Freitag, 16. November 2012

Savannah und St. Augustine

Für $50 war die Übernachtung gar nicht schlecht. Gegen Morgen war irgendein Gerät ziemlich laut geworden, aber das Frühstück war dagegen ok. Wir beschossen nach Savannah reinzufahren, vor dessen Toren wir übernachtet hatten. Wir liefen den River Walk und den Factors Walk entlang und kamen so an der City Hall und der Old Cotton Exchange, dem ersten Haus das über einer öffentlichen Straße errichtet wurde und unter dem man durchgehen kann. Dann fuhren wir mit dem Auto ca. 3h weiter nach St. Augustine in Florida. Die älteste Stadt der USA und ehemalige spanische Hauptstadt Floridas war in ihrer Geschichte oft umkämpft. Wir bummelten zunächst durch die kleine, spanisch geprägte Altstadt mit der Fußgängerzone. Hier ist auch das touristische Zentrum der Stadt. Dann ging es in das Castillo de San Marco, wo wir gleich mit Kanonenschüssen begrüßt wurden. Das alte Fort hat ein Kanonendeck und in den Räumen konnten wir alte Zeichnungen aus der Kolonialzeit in den Wänden erkennen. Dann setzten wir unseren Stadtrundgang fort und sahen u.a. auch ein neues Hiltonhotel, das sich dem Stadtbild anpassen musste und kein Betonklotz ist sondern auf mehrere kleine Häuser im spanischen Stil aufgegliedert wurde. Den nächsten Stopp machten wir im Old St. Augustine Village. 9 alte Häuser bereiteten hier die Geschichte auf und veranschaulichten sie mit Möbeln aus der damaligen Zeit. Wir konnten auch ein Gebäude sehen, in dem Murat der Neffe Napoleon Bonapartes gelebt hat. Den letzten Halt machten wir im ältesten hölzernen Schulhaus der USA und somit auch Floridas. Nach dem Erhalt unseres School Diplomas am Ende des Besuches hatten wir uns unser Abendessen im Ruby Tuesday wirklich verdient. Heute Nacht werden wir im Best Western an der I95 übernachten.

Freitag, 9. November 2012

Olympiasieger live und in Aktion


Boden-Olympiasiegerin Aly Raisman
All-Around Olympiasiegerin Gabby Douglas
Schon im März hatte ich überlegt nach NYC zu fahren, um beim AT&T Cup im Geräteturnen eventuell angehende Olympiasieger zu sehen. Doch da die deutsche Beteiligung etwas rar war, habe ich die ganze Sache lieber am TV verfolgt. Interessanterweise turnte damals eine Gabriel Douglas nur so mit ging aber offiziell nicht in die Wertung ein. Sie hatte dieses Angebot nur bekommen, um internationale Erfahrung zu sammeln und war damals schon besser als das restliche Feld und hätte - wäre sie offiziell nominiert gewesen - den ersten Platz belegt. Als ich dann gestern Abend in den Nachrichten hörte, dass ein Teil der Fab Five in Philadelphia ist da sie in der Kellogg's Tour of Gymnastics Champions 2012 auftreten, packte ich die Gelegenheit am Schopfe und quälte mich Freitag Abend durch die Rush Hour in den Sports Complex von Philadelphia zum Wells Fargo Center. Statt den angegebenen 35 Minuten brauchte ich 80 Minuten. Die Show wurde von einem Mann im klassischen Star Spangled Banner Anzug moderiert der von 3 Kindern aus Phildelphia begleitet wurde. Beim Einmarsch der Olympiateilnehmer tobte die Halle dann regelrecht - mehr als bei jedem anderen Sportevent das ich bisher hier mitgemacht habe. Die Show wurde mit moderner Musik untermalt wobei sich Showgruppen, Tänzer, Rhythmische Sportgymstatik und Trampolinspringer abwechselten mit den Olypmpiasiegern. Teilweise wurde an 4 Barren, Recks oder den 4 Balken die sternenförmig aufgebaut waren wurde gleichzeitig geturnt. Die All-Around Olympiasiegerin Gabriel Douglas sowie die Boden Olympiasiegerin Aly Raisman aber auch Team Olympiasiegerin Jordyn Wieber zeigten ihre olympische Bodenkür.  Mit dabei waren auch Olympiasiegerinnen von 2008 wie beispielsweise Nastia Liukin.
Nach ca. 2 Stunden (in denen eine 20 minütige Pause inbegriffen war) ging die Show dann zu Ende. Am Ende wurden dann 5  Ringe wieder von der Decke gelassen, an denen sich die Olympiasieger noch einmal in Szene setzen durften. Im Großen und Ganzen hat mir die Show ganz gut gefallen. Lediglich der Part mit dem "turnenden" Baby war dann doch zu sehr auf die Zielgruppe Vorschulalter ausgerichtet. Natürlich waren unter den Zuschauern viele Kinder und Sportclubs. 
Gegen 22.30 Uhr kam ich nach nur ca. der hälfte der Zeit die ich hinzu gebraucht hatte wieder zu Hause an.

Sonntag, 4. November 2012

Baltimore

Nach der anstrengenden Woche hatten wir uns wirklich einen Kurzausflug verdient. 8.30Uhr brachen wir Richtung Baltimore auf. Dort spazierten wir zunächst am Inner Harbor entlang bevor es dann in das Science Museum ging. Ich muss zugeben, dass die Amerikaner da einfach mehr drauf wenn es darum geht Museen interaktiv zu gestalten. So konnten wir hier beispielsweise nachstellen wie ein Hurricane entsteht oder wie sich warme Luft ausbreitet. An einem Turm wo man sich aus eigener Kraft an unterschiedlichen Seilwinden hochziehen konnte und physikalische Gesetze praktisch ausprobieren und verstehen konnte. Am Nachmittag kam dann sogar die Sonne raus und wir setzten unseren Spaziergang auf dem Federal Hill Park fort. Von diesem kleinen Hügel hat man einen schönen Panoramablick auf den Inner Harbor. Bevor es dann wieder nach Hause ging gönnten wir uns in der Cheesecake Factory noch einen der leckeren, aber auch kalorienreichhaltigen Kuchen.

   

Samstag, 3. November 2012

The Bates Motel: Gruseln inklusive

Obwohl Halloween schon hinter uns liegt gibt es noch die ein oder andere Attraktion die Grusel-Features anbieten. Eines davon ist das sogenannte "Bates Motel" (nein nicht das Original von Hitchcock) in Glen Mills, PA. Mit einem Combo-Ticket bekamen wir zum Glück keine Übernachtung in diesem Motel sondern einen Haunted Hayride, eine Haunted Corn Maze und einen Besuch im Bates Motel. Obwohl es abends bereits ziemlich kalt ist, fanden sich auch an diesem Novemberabend noch viele Besucher ein.  In allen drei Stationen erwarteten uns furchterregende Szenen mit gruseligen Puppen, Schlachbänken, etc. Wir begannen mit dem Haunted Hayride. Bei der gruseligen Heuwagenfahrt ging es durch Burgattrappen hindurch in den dunklen und von Zombies und anderen fruchterregenden Kreaturen bewohnten Wald. Durch verschiedene Kulissen ging es hindurch wie beispielsweise einer verlassenen Stadt, einen Friedhof, einem Zeltplatz, einem Minenschacht, eine Irrenanstalt - oder doch ein Krankenhaus? - so wirklich konnte man den Unterschied nicht sehen. Aus dem Dunklen sprangen entlaufene Irrenanstalt Insassen oder Typen mit einer Motorsäge (nicht nur die Geräusche sondern auch der Geruch war täuschend echt) oder Axt und bedrohten die Passagiere des Heuwagens. Anders als im Eastern State Penitentiary fassten die Schauspieler hier die Besucher an: und so ein unerwarteter leichter Griff an den Nacken kann einen schön überraschen. In unserem Wagen saß auch ein Teenager, der sich super leicht erschrecken lies und jedesmal nur so kreischte oder um sich strampelte. Das war teilweise schon witzig anzusehen. Als nächstes ging es in das Maislabyrinth. Hier war es besonders gemein, dass der Wind das vertrockenete Mais ständig rascheln ließ, so dass wir nicht merkten wenn sich uns einer der Schauspieler aus dem dunklen Feld näherte. Verschiedenste Stationen mussten auch hier durchlaufen werden. In einem alten Bus waren zum Beispiel mehrere Schauspieler, die bei uns nicht wirklich was machten und seitlich halb über dem Ausgang des Busses war eine weitere Puppe. Daniel huschte einfach schnell unter dieser hindurch. Ich war mir noch nicht ganz sicher ob diese Gestalt wirklich echt war, denn die Position ohne weitere Regung so lang auszuhalten war mir zu suspekt und genau in dem Moment als ich beschlossen hatte: "Das muss eine Puppe sein", sprang diese genau vor meine Füße - wusste ich's doch. Letzte Station war das Motel selbst. Hier lief noch eine andere Gruppe mit uns mit, die wirklich teilweise kreichten. Besonders beeindruckend fand ich einen übergroßen Zombie, der den Eindruck machte er sei eine elektrische Puppe. Doch gerade als er seine elektronisch abgespielte Rede beendet hatte, löste sich der Rest des Körpers vom Kopf und kam auf uns zu geschritten. Hinter jeder Tür oder manchmal auch Ecke, wie ich feststellen musste als mich plötzlich eine Hand an der Wand packte, könnten Puppen plötzlich lebendig werden und einen erschrecken. Schlag auf Schlag lehrte man uns das Fürchten und wir verbrachten so ca. 1.5 Stunden auf dem Gelände. Wie man dieses Gelände allerdings einer FSK8 verpassen kann ist mir nicht ganz klar, denn manch jüngere Kinder verkrafteten das offensichtlich nicht so einfach.