Sonntag, 9. September 2012

Pennsylvania Renaissance Faire

Um 11 Uhr öffnen sich die Tore der Pennsylvania Renaissance Fair. In Deutschland würden wir es als Mittelaltermarkt/-fest bezeichnen. Das bunte Treiben findet jedes Jahr in Manheim, PA statt, welches übrigens in der Nähe von Libanon (Lebanon) liegt. Bereits am Eingang wurden wir von einem Schausteller begrüßt - und das auf Deutsch, da er uns wohl untereinander reden gehört hat. Er erzählte uns dass er jedes Jahr auf einem Mittelaltermarkt in einem kleinen Dorf Nahe Regensburg auftritt.


Da es morgens noch nicht so voll ist, beschlossen wir als erstes die Spiele auszuprobieren. Nach dem man also noch einmal extra Marken käuflich erworben hat konnte man Messer werfen, Bogenschießen, Steinschleuderschießen, Armbrust schießen, Hau den Lukas etc. machen. Ich entschied mich für Messerwerfen. Gar nicht so einfach das Messer so zu werfen, dass es dann auch in der Wand stecken bleibt. Als nächstes war Bogenschießen dran. Auch schwerer als ich erwartet hätte. Das Problem hierbei ist nicht nur das Zielen sondern als weitere Variable kommt hier noch das Spannen des Bogens hinzu. Je weiter man spannt, desto mehr Kraft hat der Pfeil und desto gerader fliegt er. Letzter Versuch war die Armbrust. Da ist wenigstens die Kraft mit der der Pfeil abgeschleudert wird immer gleich und ich musste nur zielen. Da schaffte ich es dann auch den angemalten Drachen an der Wand zu erledigen. 
Nach dieser Sporteinlage schauten wir uns in der kleinen mittelalterlichen Stadt um. Neben einem Ritterkampf sahen wir auch eine Schlammschlacht und ein menschliches Schachspiel und verschiedene Gaukler die jonglierte und anderweitig die Zuschauer unterhielten. Als dann am späten Nachmittag die Wolken aufzogen und es anfing zu regnen machten wir uns wieder auf den Rückweg. Aber nach immerhin 5 Stunden hatten wir sowieso fast alles gesehen.

Donnerstag, 6. September 2012

Longwood Gardens

Zur Abwechslung ging es nach der Arbeit mal in die Longwood Gardens. Hier gibt es gerade eine besondere Ausstellung zum Thema Licht des Künstlers Bruno Munro. Verschiedene Installation von Lampen und Lichtern, welche auf besondere Weise in die Landschaft integriert wurden können bei Nacht bewundert werden. 
Kurz nach halb 8 wurde es dann auch endlich dunkel und da der Park nur bis 9 Uhr geöffnet ist, musste ich mich beeilen damit ich auch alles sehen kann. Leuchttürme aus Plastikflaschen die mit LED Leuchten ausgestattet sind,  eine Lichtdusche mit leuchtenden Regentropfen, sich farblich wechselnde Schneebälle die von der Decke des Konservatoriums hängen, und ganze leuchtende Felder die noch dazu ihre Farbe verändern mit den dazugehörigen Reflexionen im kleinen Fluss davor. Besonders beeindruckend fand ich den "Forest of Light". Links und rechts des Waldweges befanden sich 20.000 der leuchtenden und sich ändernden Leuchtbirnen. Es ist wirklich faszinierend was dieser Park immer wieder auf die Beine stellt. 

Mittwoch, 5. September 2012

Neue Mitbewohner

So ich melde mich aus der Sommerpause zurück, die ich hauptsächlich mit Lernen und Prüfung schreiben verbracht habe. Nachdem ich Glück hatte und von den Lufthansa-Kabinenpersonal-Streiks in Deutschland nicht betroffen war, kam ich wie geplant am Montag von meinem 2 wöchigen Deutschland Aufenthalt zurück. Mich hatte eine heftige Erkältung erwischt und der 8 stündige Flug verbesserte meinen Gesundheitszustand natürlich nicht. Ich muss wohl so elend ausgesehen haben, das selbst der Officer bei der Einreise meinte ich solle doch schnellstmöglich ein bisschen Schlaf bekommen.
Während ich in Deutschland war hat sich auch einiges an meiner Wohnsituation hier in den USA geändert. Sonya und Sarah waren nach dem Semester Anfang Juli ausgezogen und ich hatte die letzten 6 Wochen allein auf der oberen Etage gewohnt. Die beiden haben ihr Studium hier in der Gegend beendet und sind nun bei einem Field Semester im Ausland bei Hilfsorganisationen beschäftigt. Ende August, also während meiner Abwesenheit, ist dann die neue Generation an Studenten eingezogen. Auch diese studieren internationale Entwicklungshilfe an der Easter University bzw. macht eine ihren MBA. Insgesamt sind es nun aber 3 Studenten, das heisst alle Zimmer, auch das kleine Office in dem ich anfänglich schlief, sind belegt. Das macht sich natürlich auch im Kühlschrank und den Küchenschränken bemerkbar.
Bisher verstehe ich mich Christine wirklich sehr gut. Ihr Vater kommt aus Puerto Rico, ihre Mutter ist Brasilianerin sie spricht sowohl Spanisch als auch Portugiesisch fließend ist allerdings in Florida geboren und somit Amerikanerin.
Megan ist aus Alaska und Ashley ist wiederum aus Florida. Mit den beiden habe ich noch nicht so viel zu tun gehabt, sie sind auch meist nur im Zweierpack unterwegs und sehr mit sich beschäftigt. Ich werde morgens auch immer durch lautes Tueren öffnen und Abschließen dergleichen geweckt - verschlafen werde ich also bestimmt nicht. Dann scheinen sie joggen zu gehen, auf jeden Fall ist das Auto immer weg. So auch heute, nur da war das Auto nicht weg, sondern stand einfach mal in der Mitte des Driveways, weit und breit kein Fahrer zu sehen und ich musste auf Arbeit. Daran vorbeifahren ist unmöglich da der Driveway an der einen Seite durch eine Böschung und auf der anderen Seite durch einen Hang und Baum begrenzt wird. Also konnte ich nichts anderes tun als warten. Man kann sich vorstellen dass sich in mir etwas Unmut breitmachte. Nach ca. 12 Minuten kamen die beiden dann angeschlendert und beschleunigten nicht man ihren Gang als sie mich warten sahen. Ashley entschuldigte sich dann in der bekannten amerikanischen, wenig ernstgemeinten Art und erklärte sie hätte einen Platten. Zu Megan meinte sie fragten, ob sie vielleicht das Auto bewegen sollten. Ich dachte mir nur "nicht nur vielleicht" ich will hier schließlich nicht versauern bis dein Pannendienst kommt. Während sie sich noch fragte ob sie denn das Auto bewegen können beantwortete ich ihr dies mit der provokativen Frage "How did you get there?" Sie seien wohl losgefahren, haben dann nach ca. 5m das Geräusch gehört und angehalten....hmmm...hätten es die 5m bis zum Ende des Driveways denn wirklich ausgemacht? Hier am Hang ohne Platz wird sowieso niemand den Reifen wechseln. Langsam machte sie mir also den Weg frei. Eigenartige Geschichte und nicht sehr mitgedacht von den beiden. Wie überraschend, dass morgens jemand auf Arbeit fahren möchte!?

Samstag, 7. Juli 2012

Rodeo in Cowtown


Heute stand mal ein ganz anderes Sportevent auf dem Plan: Rodeo.
Die USA sind ja bekannt für diese Art von Wettkampf und wie vor kurzem eine Kollegin herausfand, befindet sich bei uns in der Nähe das älteste durchgängig durchgeführte Rodeo der USA. Passenderweise heißt der Ort auch gleich Cowtown, NJ.
Auch das Wetter war passend für dieses Event. Es war wieder einer dieser heißen und trockenen Tage und der Sand stiebte nur so im Rodeo Stadion. Dazu die ganzen Zuschauer, die in Cowboystiefel und Cowboy Hut umherliefen. Da kommt doch gleich Wild West Feeling auf!   
Auf einer kleinen Tribüne hinter den Boxen gab es einen Moderator, in der Arena selbst turnte der Clown herum und auf einer weiteren Bühne spielte eine kleine Band passende Country Musik. Begonnen wurde das Event natürlich mit der amerikanischen Hymne und dem Einritt aller Teilnehmer in die Arena. 
Jeden Samstag und Dienstag Abend finden im Sommer hier Wettkämpfe statt. Beginnen tun diese mit dem klassischen Rodeo auf einem Bullen. Dessen Hinterbeine werden zusammengebunden und da dem Bullen das gar nicht gefallt, führt er diese typischen sprunghaften und ruckartigen Bewegungen aus die wiederum dazu führen, dass der Reiter abgeworfen wird. Wer am längsten auf seinem Bullen sitzen bleibt hat gewonnen. Das Gleiche wurde dann später noch einmal mit Pferden durchgeführt.
Erstaunlicherweise wurde dieser Wettkampf auch von den Jugendlichen ausgeführt, die es auf Jungbullen versuchten. Eine weitere Disziplin war das Kälberfängen. Kleine Kälber wurden mit einem kleinen Vorsprung losgelassen und hinterher folgte ein Reiter, der mit einem Lasso das Kalb einfingen. Dann blitzschnell vom Pferd absprang und mindestens 3 Beine des Kalbes mit einem weiteren drahtigen Seil, welches er während des Rittes zwischen den Zähnen bereithält, zusammenbinden muss. Bei einer anderen Disziplin jagten 2 Reiter hinter das Kalb her und einer davon musste mit bloßen Händen das Kalb einfangen, indem sich der Reiter im richtigen Moment einfach vom Pferd auf das Kalb fallen ließ.
Außerdem wurden noch Pferde eingefangen und die Damen veranstalteten ein sogennantes Barrel Race (Tonnenrennen), bei dem sie 5 Tonnen umreiten mussten ohne diese anzustoßen.
Fazit des Abends: Ein Rodeo ist doch recht abwechslungsreich. Die verschiedenen Disziplinen die sich doch durch ihre Art unterscheiden hätte ich gar nicht erwartet gehabt. Nichts desto Trotz war es teilweise aber schon brutal, vor allem als die kleinen Kälber die Lassoschlinge um den Hals hatten und mit einem kräftigen Ruck zum Fall gebracht wurden sind.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Independence Day Parade


Der Unabhängigkeitstag ist einer der offiziellen Feiertage hier in den USA. Viele nutzen die Woche, um ihren Sommerurlaub zu nehmen und demzufolge ist es auch weniger stressig auf Arbeit.
Am Mittwoch Morgen machten wir uns auf den Weg nach Philadelphia, wo am Vormittag die Parade stattfindet. Zuschauen in den Farben und Stars und Stripes der Flagge gekleidet, oder mit entsprechend farbigem Hut oder auch einfach nur mit kleiner Fahne in der Hand, hatten bereits die Stadt bevölkert. 
Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen am Straßenrand und harrten des Umzuges der da kommen mag. Begonnen wurde der Umzug mit Benjamin Franklin als einem der berühmtesten Bewohner der Stadt und Betsy Ross in einer Kutsche. Anschließend folgten Fanfaren Züge, Dudelsack Bläser und ein paar Tanzgruppen, denen die Hitze wirklich zu schaffen machte. Zwischendrin waren immer ein paar Polizei Biker, Polizei Autos, Feuerwehrautos oder Krankenwagen - aber nicht um die Sicherheit zu gewährleisten sondern als Teil des Umzugs. Im Wagen vorneweg versuchte also eine junge Sängerin ihr Bestes ein Lied zum Besten zu geben und direkt dahinter musste die Polizei natürlich ihre Sirene zur Geltung bringen. Etwas ungünstig angeordnet das Ganze, abgesehen davon verbindet man mit Sirenenklang ja nun auch nicht gerade das freudigste Ereignis. Augelockert wurde das ganze dann durch die ein oder andere Truppe der Army die im Gleichschritt vorbeimarschierten und sich bejubeln ließen.
Auch die Beste Lehrerin oder der beste Lehrer des Staates wurde in einem Cabrio durch die Stadt gefahren und die Philippinos bekundeten ihre Freundschaft zu Philadelphia. Warum ging nicht so ganz hervor, vielleicht aufgrund des gemeinsamen Wortstammes Phil?
Nach nicht ganz einer Stunde war der Umzug vorbei und ich muss sagen, dass ich mehr erwartet hatte. Ich hatte gehofft das man etwas mehr die Geschichte der Stadt mit den Umzugswagen repräsentiert, den schließlich ist keine andere Stadt so mit der Unabhängigkeit des Landes verbunden wie Philadelphia. Letztendlich bestand der Umzug doch mehr aus Feuerwehrautos, Polizisten und Soldaten...


Eigentlich hatte ich mir vorgenommen noch in der Stadt zu bleiben bis am Abend gegen 10.30Uhr das große Feuerwerk hinter dem Museum of Art los geht. 
Also machte ich mich auf den Weg zur Festmeile auf dem Benjamin Franklin Parkway. Showbühnen, Aktionsstände und Firmen die kostenlos Eistee ausgaben, Mützen, Frisbeescheiben, Trinkbecker und vieles mehr. Nachdem ich die Meile einmal abgelaufen bin, war ich allerdings auch schon komplett durchgeschwitzt und es war noch nicht einmal 17 Uhr. Noch weitere 5h bei der Hitze warten auf das große Feuerwerk? Im Internet hatte ich bereits gelesen dass man für gute Plätze zum Fotografieren schon einige Stunden vorher Stellung einnehmen sollte. Das war mir dann doch etwas zu anstrengend und ich beschloss den nächsten Zug nach Wayne zurückzunehmen.
Ein Feuerwerk hatte ich dennoch: im nahegelegenen Wilson Farm Park spielte eine kleine live Band und nach Einbruch der Dunkelheit fand auch hier ein ca. 10minuetiges tolles Feuerwerk statt.
Beim Nachhausefahren sollte ich dann einmal mehr Glück haben. Die hunderte Menschen die dem Feuerwerk beigewohnt hatten fuhren nun natürlich alle zur gleichen Zeit wieder von den vielen Parkplätzen herunter. Und obwohl es ausreichend Verkehrspolizisten gab die den Verkehr regeln sollten wurden wir ersten in die entgegengesetzte Richtung geschickt und mussten dann alle eine Schleife fahren. Das allein wäre ja noch erträglich, aber es gab doch immer wieder Fahrer, die sich mit ihrem Auto versuchten reinzudrängeln und dann gleich beide Fahrtrichtungen versperrten. Nett wie ich bin ließ ich einen solchen Fahrer vor mir in die Schlange und das sollte mein Glück sein. Keine 5 Minuten später fährt dieser doch seinem Vordermann hinten auf, dieser wiederum seinem Vordermann usw. Mit ca. 55 Minuten Verspätung kam ich also zu Hause gerade noch rechtzeitig an, um mir das Feuerwerk in Philadelphia im Fernsehen anzuschauen (das hatte übrigens auch 40 Minuten Verspätung - nur gut dass ich nicht in der Stadt geblieben bin). 

Dienstag, 5. Juni 2012

Baseball: Phillies vs. LA Dodgers


Letzter Teil unserer Amerikanischen Sportkennenlernphase. Nach der Arbeit ging es nach Philadelphia zu einem Spiel der Phillies gegen die LA Dodgers. Nach dem obligatorischen Singen der amerikanischen Hymne, ging das Spiel los. Dieses war relativ unspektakulär, denn es wurden noch wenige Runs geschweige denn Homeruns erzielt. Aber das ganze Drumherum war schon ein Erlebnis. Bereits auf dem Parkplatz feierten die Anhänger der Teams, in dem sie Grills auspackten und ein BBQ veranstalteten, Spiele spielten oder einfach nur in ihren Campingstühlen saßen und erzählten. 
Im Stadion dann die Schlangen vor den verschiedenen Fast Food Buden. Eigentlich wollten wir die hochgelobten Curly Fries probieren, doch diese Schlange erstreckte sich weit über einen gr0ßen Teil des Stadionflures und so verwarfen wir diesen Gedanken schnell wieder. Auch ein kurzer Regenschau hielt uns nicht ab auf unseren Plätzen zu verharren und dem unspektakulärem Spiel zu folgen.

Montag, 4. Juni 2012

Whale & Dolphin Watching am Cape May

Wir starteten unseren Tag mit einem entspannenden Whirlpoolbesuch. Da die Temperaturen jedoch sehr hoch waren, hielten wir uns da nicht zu lang aus. Wir packten unsere Sachen und machten uns mit dem Auto auf in Richtung Cape May. 
Hier hatte ich ebenfalls bei Groupon zum halben Preis Tickets für eine Wal- und Delfinbeobachtungstour erstanden. Nach einem kurzen Bummel durch die schöne Stadt Cape May, startete auch schon unsere Schifffahrt. Relativ schnell zeigten sich auch die ersten Delfine in Küstennähe. Nur Wale zeigten sich leider nicht. Dafür jedoch eine kleine Gewitterfront, die stärkere Wellen mit sich brachte. Deshalb brachen wir unsere Suche nach Walen etwas eher ab und fuhren zurück in die seichten Gewässer. Somit endete unser verlängertes Wochenende. Naja noch nicht ganz, denn weil uns vorige Woche die Chicken Wings im Kildare's so gut geschmeckt haben, ließen wir auch dieses Wochenende dort ausklingen.