Am Mittwoch Morgen machten wir uns auf den Weg nach Philadelphia, wo am
Vormittag die Parade stattfindet. Zuschauen in den Farben und Stars und
Stripes der Flagge gekleidet, oder mit entsprechend farbigem Hut oder
auch einfach nur mit kleiner Fahne in der Hand,
hatten bereits die Stadt bevölkert.
Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen am Straßenrand und harrten
des Umzuges der da kommen mag. Begonnen wurde der Umzug mit Benjamin
Franklin als einem der berühmtesten Bewohner der Stadt und Betsy Ross
in einer Kutsche. Anschließend folgten Fanfaren
Züge, Dudelsack Bläser und ein paar Tanzgruppen, denen die Hitze
wirklich zu schaffen machte. Zwischendrin waren immer ein paar Polizei
Biker, Polizei Autos, Feuerwehrautos oder Krankenwagen - aber nicht um
die Sicherheit zu gewährleisten sondern als Teil
des Umzugs. Im Wagen vorneweg versuchte also eine junge Sängerin ihr
Bestes ein Lied zum Besten zu geben und direkt dahinter musste die
Polizei natürlich ihre Sirene zur Geltung bringen. Etwas ungünstig
angeordnet das Ganze, abgesehen davon verbindet man
mit Sirenenklang ja nun auch nicht gerade das freudigste Ereignis.
Augelockert wurde das ganze dann durch die ein oder andere Truppe der
Army die im Gleichschritt vorbeimarschierten und sich bejubeln ließen.
Nach nicht ganz einer Stunde war der Umzug vorbei und ich muss sagen,
dass ich mehr erwartet hatte. Ich hatte gehofft das man etwas mehr die
Geschichte der Stadt mit den Umzugswagen repräsentiert, den
schließlich ist keine andere Stadt so mit der Unabhängigkeit
des Landes verbunden wie Philadelphia. Letztendlich bestand der Umzug
doch mehr aus Feuerwehrautos, Polizisten und Soldaten...
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen noch in der Stadt zu bleiben
bis am Abend gegen 10.30Uhr das große Feuerwerk hinter dem Museum of
Art los geht.
Also machte ich mich auf den Weg zur Festmeile auf dem Benjamin Franklin
Parkway. Showbühnen, Aktionsstände und Firmen die kostenlos Eistee
ausgaben, Mützen, Frisbeescheiben, Trinkbecker und vieles mehr. Nachdem
ich die Meile einmal abgelaufen bin, war ich
allerdings auch schon komplett durchgeschwitzt und es war noch nicht
einmal 17 Uhr. Noch weitere 5h bei der Hitze warten auf das große
Feuerwerk? Im Internet hatte ich bereits gelesen dass man für gute
Plätze zum Fotografieren schon einige Stunden vorher
Stellung einnehmen sollte. Das war mir dann doch etwas zu anstrengend
und ich beschloss den nächsten Zug nach Wayne zurückzunehmen.
Beim Nachhausefahren sollte ich dann einmal mehr Glück haben. Die
hunderte Menschen die dem Feuerwerk beigewohnt hatten fuhren nun
natürlich alle zur gleichen Zeit wieder von den vielen Parkplätzen
herunter. Und obwohl es ausreichend Verkehrspolizisten gab
die den Verkehr regeln sollten wurden wir ersten in die
entgegengesetzte Richtung geschickt und mussten dann alle eine Schleife
fahren. Das allein wäre ja noch erträglich, aber es gab doch immer
wieder Fahrer, die sich mit ihrem Auto versuchten reinzudrängeln
und dann gleich beide Fahrtrichtungen versperrten. Nett wie ich bin
ließ ich einen solchen Fahrer vor mir in die Schlange und das sollte
mein Glück sein. Keine 5 Minuten später fährt dieser doch seinem
Vordermann hinten auf, dieser wiederum seinem Vordermann
usw. Mit ca. 55 Minuten Verspätung kam
ich also zu Hause gerade noch rechtzeitig an, um mir das Feuerwerk in
Philadelphia im Fernsehen anzuschauen (das hatte übrigens auch 40
Minuten Verspätung - nur gut dass ich nicht in der Stadt geblieben
bin).
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