Samstag, 7. Juli 2012

Rodeo in Cowtown


Heute stand mal ein ganz anderes Sportevent auf dem Plan: Rodeo.
Die USA sind ja bekannt für diese Art von Wettkampf und wie vor kurzem eine Kollegin herausfand, befindet sich bei uns in der Nähe das älteste durchgängig durchgeführte Rodeo der USA. Passenderweise heißt der Ort auch gleich Cowtown, NJ.
Auch das Wetter war passend für dieses Event. Es war wieder einer dieser heißen und trockenen Tage und der Sand stiebte nur so im Rodeo Stadion. Dazu die ganzen Zuschauer, die in Cowboystiefel und Cowboy Hut umherliefen. Da kommt doch gleich Wild West Feeling auf!   
Auf einer kleinen Tribüne hinter den Boxen gab es einen Moderator, in der Arena selbst turnte der Clown herum und auf einer weiteren Bühne spielte eine kleine Band passende Country Musik. Begonnen wurde das Event natürlich mit der amerikanischen Hymne und dem Einritt aller Teilnehmer in die Arena. 
Jeden Samstag und Dienstag Abend finden im Sommer hier Wettkämpfe statt. Beginnen tun diese mit dem klassischen Rodeo auf einem Bullen. Dessen Hinterbeine werden zusammengebunden und da dem Bullen das gar nicht gefallt, führt er diese typischen sprunghaften und ruckartigen Bewegungen aus die wiederum dazu führen, dass der Reiter abgeworfen wird. Wer am längsten auf seinem Bullen sitzen bleibt hat gewonnen. Das Gleiche wurde dann später noch einmal mit Pferden durchgeführt.
Erstaunlicherweise wurde dieser Wettkampf auch von den Jugendlichen ausgeführt, die es auf Jungbullen versuchten. Eine weitere Disziplin war das Kälberfängen. Kleine Kälber wurden mit einem kleinen Vorsprung losgelassen und hinterher folgte ein Reiter, der mit einem Lasso das Kalb einfingen. Dann blitzschnell vom Pferd absprang und mindestens 3 Beine des Kalbes mit einem weiteren drahtigen Seil, welches er während des Rittes zwischen den Zähnen bereithält, zusammenbinden muss. Bei einer anderen Disziplin jagten 2 Reiter hinter das Kalb her und einer davon musste mit bloßen Händen das Kalb einfangen, indem sich der Reiter im richtigen Moment einfach vom Pferd auf das Kalb fallen ließ.
Außerdem wurden noch Pferde eingefangen und die Damen veranstalteten ein sogennantes Barrel Race (Tonnenrennen), bei dem sie 5 Tonnen umreiten mussten ohne diese anzustoßen.
Fazit des Abends: Ein Rodeo ist doch recht abwechslungsreich. Die verschiedenen Disziplinen die sich doch durch ihre Art unterscheiden hätte ich gar nicht erwartet gehabt. Nichts desto Trotz war es teilweise aber schon brutal, vor allem als die kleinen Kälber die Lassoschlinge um den Hals hatten und mit einem kräftigen Ruck zum Fall gebracht wurden sind.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Independence Day Parade


Der Unabhängigkeitstag ist einer der offiziellen Feiertage hier in den USA. Viele nutzen die Woche, um ihren Sommerurlaub zu nehmen und demzufolge ist es auch weniger stressig auf Arbeit.
Am Mittwoch Morgen machten wir uns auf den Weg nach Philadelphia, wo am Vormittag die Parade stattfindet. Zuschauen in den Farben und Stars und Stripes der Flagge gekleidet, oder mit entsprechend farbigem Hut oder auch einfach nur mit kleiner Fahne in der Hand, hatten bereits die Stadt bevölkert. 
Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen am Straßenrand und harrten des Umzuges der da kommen mag. Begonnen wurde der Umzug mit Benjamin Franklin als einem der berühmtesten Bewohner der Stadt und Betsy Ross in einer Kutsche. Anschließend folgten Fanfaren Züge, Dudelsack Bläser und ein paar Tanzgruppen, denen die Hitze wirklich zu schaffen machte. Zwischendrin waren immer ein paar Polizei Biker, Polizei Autos, Feuerwehrautos oder Krankenwagen - aber nicht um die Sicherheit zu gewährleisten sondern als Teil des Umzugs. Im Wagen vorneweg versuchte also eine junge Sängerin ihr Bestes ein Lied zum Besten zu geben und direkt dahinter musste die Polizei natürlich ihre Sirene zur Geltung bringen. Etwas ungünstig angeordnet das Ganze, abgesehen davon verbindet man mit Sirenenklang ja nun auch nicht gerade das freudigste Ereignis. Augelockert wurde das ganze dann durch die ein oder andere Truppe der Army die im Gleichschritt vorbeimarschierten und sich bejubeln ließen.
Auch die Beste Lehrerin oder der beste Lehrer des Staates wurde in einem Cabrio durch die Stadt gefahren und die Philippinos bekundeten ihre Freundschaft zu Philadelphia. Warum ging nicht so ganz hervor, vielleicht aufgrund des gemeinsamen Wortstammes Phil?
Nach nicht ganz einer Stunde war der Umzug vorbei und ich muss sagen, dass ich mehr erwartet hatte. Ich hatte gehofft das man etwas mehr die Geschichte der Stadt mit den Umzugswagen repräsentiert, den schließlich ist keine andere Stadt so mit der Unabhängigkeit des Landes verbunden wie Philadelphia. Letztendlich bestand der Umzug doch mehr aus Feuerwehrautos, Polizisten und Soldaten...


Eigentlich hatte ich mir vorgenommen noch in der Stadt zu bleiben bis am Abend gegen 10.30Uhr das große Feuerwerk hinter dem Museum of Art los geht. 
Also machte ich mich auf den Weg zur Festmeile auf dem Benjamin Franklin Parkway. Showbühnen, Aktionsstände und Firmen die kostenlos Eistee ausgaben, Mützen, Frisbeescheiben, Trinkbecker und vieles mehr. Nachdem ich die Meile einmal abgelaufen bin, war ich allerdings auch schon komplett durchgeschwitzt und es war noch nicht einmal 17 Uhr. Noch weitere 5h bei der Hitze warten auf das große Feuerwerk? Im Internet hatte ich bereits gelesen dass man für gute Plätze zum Fotografieren schon einige Stunden vorher Stellung einnehmen sollte. Das war mir dann doch etwas zu anstrengend und ich beschloss den nächsten Zug nach Wayne zurückzunehmen.
Ein Feuerwerk hatte ich dennoch: im nahegelegenen Wilson Farm Park spielte eine kleine live Band und nach Einbruch der Dunkelheit fand auch hier ein ca. 10minuetiges tolles Feuerwerk statt.
Beim Nachhausefahren sollte ich dann einmal mehr Glück haben. Die hunderte Menschen die dem Feuerwerk beigewohnt hatten fuhren nun natürlich alle zur gleichen Zeit wieder von den vielen Parkplätzen herunter. Und obwohl es ausreichend Verkehrspolizisten gab die den Verkehr regeln sollten wurden wir ersten in die entgegengesetzte Richtung geschickt und mussten dann alle eine Schleife fahren. Das allein wäre ja noch erträglich, aber es gab doch immer wieder Fahrer, die sich mit ihrem Auto versuchten reinzudrängeln und dann gleich beide Fahrtrichtungen versperrten. Nett wie ich bin ließ ich einen solchen Fahrer vor mir in die Schlange und das sollte mein Glück sein. Keine 5 Minuten später fährt dieser doch seinem Vordermann hinten auf, dieser wiederum seinem Vordermann usw. Mit ca. 55 Minuten Verspätung kam ich also zu Hause gerade noch rechtzeitig an, um mir das Feuerwerk in Philadelphia im Fernsehen anzuschauen (das hatte übrigens auch 40 Minuten Verspätung - nur gut dass ich nicht in der Stadt geblieben bin). 

Dienstag, 5. Juni 2012

Baseball: Phillies vs. LA Dodgers


Letzter Teil unserer Amerikanischen Sportkennenlernphase. Nach der Arbeit ging es nach Philadelphia zu einem Spiel der Phillies gegen die LA Dodgers. Nach dem obligatorischen Singen der amerikanischen Hymne, ging das Spiel los. Dieses war relativ unspektakulär, denn es wurden noch wenige Runs geschweige denn Homeruns erzielt. Aber das ganze Drumherum war schon ein Erlebnis. Bereits auf dem Parkplatz feierten die Anhänger der Teams, in dem sie Grills auspackten und ein BBQ veranstalteten, Spiele spielten oder einfach nur in ihren Campingstühlen saßen und erzählten. 
Im Stadion dann die Schlangen vor den verschiedenen Fast Food Buden. Eigentlich wollten wir die hochgelobten Curly Fries probieren, doch diese Schlange erstreckte sich weit über einen gr0ßen Teil des Stadionflures und so verwarfen wir diesen Gedanken schnell wieder. Auch ein kurzer Regenschau hielt uns nicht ab auf unseren Plätzen zu verharren und dem unspektakulärem Spiel zu folgen.

Montag, 4. Juni 2012

Whale & Dolphin Watching am Cape May

Wir starteten unseren Tag mit einem entspannenden Whirlpoolbesuch. Da die Temperaturen jedoch sehr hoch waren, hielten wir uns da nicht zu lang aus. Wir packten unsere Sachen und machten uns mit dem Auto auf in Richtung Cape May. 
Hier hatte ich ebenfalls bei Groupon zum halben Preis Tickets für eine Wal- und Delfinbeobachtungstour erstanden. Nach einem kurzen Bummel durch die schöne Stadt Cape May, startete auch schon unsere Schifffahrt. Relativ schnell zeigten sich auch die ersten Delfine in Küstennähe. Nur Wale zeigten sich leider nicht. Dafür jedoch eine kleine Gewitterfront, die stärkere Wellen mit sich brachte. Deshalb brachen wir unsere Suche nach Walen etwas eher ab und fuhren zurück in die seichten Gewässer. Somit endete unser verlängertes Wochenende. Naja noch nicht ganz, denn weil uns vorige Woche die Chicken Wings im Kildare's so gut geschmeckt haben, ließen wir auch dieses Wochenende dort ausklingen.

Sonntag, 3. Juni 2012

Flugzeugträger USS Intrepid und Atlantic City

Nach einem doch sehr guten Frühstück im Hotel packten wir unseren Koffer und stellten diesen zunächst an der Rezeption unter. Zu Fuß begaben wir uns dann auf den ca. 45minütigen Marsch zum Flugzeugträger USS Intrepid. Das ehemalige Kriegsschiff ist mittlerweile ein Museum. Es wurde u.a. im 2. Weltkrieg im Pazifik und später im Vietnamkrieg eingesetzt. Im Internet hatte ich gestern Abend noch 2 Tickets inkl. der Tour "Humanity behind the Hardware". Ein Guide erzählte uns von den Menschen, die auf diesem Schiff lebten und arbeiteten - oder sollte man besser kämpften sagen? Aufgrund der vielen Angriffe (durch die Japaner) die das Schiff erlitt und doch immer wieder überwand, war es auch als das Geisterschiff bekannt.. Der Guide zeigte uns die Hangars und fuhr mit uns auf einem der Flugzeugfahrstühle auf das Landedeck. Seitdem wir im Physikunterricht beim Thema Druck und Beschleunigung einmal eine Reportage über Flugzeugträger gesehen haben, war mein Interesse an Flugzeugträgern und vor allem der Technik für Starts und Landungen auf solch begrenztem Raum geweckt. So fand ich es besonders interessant eine richtige Katapultanlage zu sehen. Kaum vorzustellen wie groß der Lärm wohl direkt unter dem Landedeck gewesen sein muss wenn die Flugzeuge starteten. Auf diesem befinden sich heute übrigens verschiedene Militärflugzeuge. Sogar auf die Brücke des riesigen Schiffes durften wir. Gleich nebenan befindet sich das U-Boot USS Growler. Dieses fand ich weniger spektakulär, hier wurden man auch nach längerem Anstehen nur durchgeschleust und konnte sich laufender Weise links und rechts etwas umschauen. Aber auch nicht zu lang, da hinter einem schon die nächsten Gruppe drängelte.
Ursprünglich hatte ich 2-3 Stunden für die USS Intrepid eingeplant, aber es hat uns doch so gut gefallen dass wir uns fast 5 Stunden auf dem Gelände umsahen. Und wir mussten ja auch wieder zurück zum Hotel marschieren um dort unser Gepäck zu holen. Später als geplant kamen wir also wieder an unserem Auto in Jersey City an. Unser Trip führte uns nun ca. 2 Stunden in den Süden nach Atlantic City, welche vor allem durch seine Vielzahl an Casinos bekannt ist, jedoch ihre besten Jahre bereits hinter sich hat. Dennoch findet man in den Hotels wie Trump Plaza, Tropicana, Bally's etc. Casinos und bei unserer Übernachtung war sogar ein $25 Kredit für ein Casino dabei. Wir schlenderten also erst gemütlich den Boardwalk entlang, bis ein heftiger Regenguss uns zum Abendessen zwang. Anschließend versuchten wir unser Glück an einem der tausenden einarmigen Banditen. Obwohl es zwischendurch ganz gut aussah, verspielten wir doch alles, aber was soll's - das Geld war ja eh geschenkt. 

Samstag, 2. Juni 2012

High Line Park und Musical in NYC

Endlich ging es mal wieder nach NYC. Am späten Vormittag erreichten wir die Metropole. Glücklicherweise gibt es noch immer den kostenlosen Parkplatz in Jersey City und so nahmen wir den PATH bis zur Penn Station. Von dort ging es zu Fuß erst einmal ins Hotel. Wir haben ein - für New Yorker Verhältnisse - preiswertes Hotelzimmer gefunden, sogar mit Frühstück. Das Zimmer war auch schon fertig, so dass wir unseren Koffer unterstellen konnten. Kurze Zeit darauf ging es in den Süden Manhattans zur TKTS. Hier kann man verbilligte Resttickets für Off-/Broadway Shows kaufen. Unsere erste und zweite Wahl (Sister Act und Rock of Ages) war entweder schon ausverkauft oder man wies uns netterweise darauf hin, dass es sehr schlechte Plätze seien. Also entschieden wir uns spontan für das Million Dollar Quartet. Voller Entsetzen musste ich beim Bezahlen feststellen, dass meine Kreditkarte nicht an ihrem Platze war. Wurde sie in der Subway geklaut? Aber wer macht sich diese Mühe und lässt die Geldbörse wieder zurück in den Rucksack wandern? Wir kamen also zu dem Schluss, dass sie mir nach dem Einchecken im Hotel wahrscheinlich nicht zurückgegeben worden war, sondern nur die Schlüsselkarten zum Zimmer. Aber sicher waren wir uns nicht.
Wir entschieden uns dennoch unsere geplante Route zum Highline Park fortzusetzen. Der Highline Park wurde auf einer ausgedienten Bahnstrecke.
10m über den Straßen von NYC wurde die Strecke renoviert, begehbar gemacht und mit schön bepflanzt. Dazwischen befinden sich Liegeflächen aus Holz auf denen sich Einheimische und Touristen ausruhen und sonnen. Ab und zu wurden alte Gleise stehen gelassen, um an alte Zeiten zu erinnern. An vielen Stellen hat man Blick auf den Hudson oder kann von oben einen Blick in die Straßenschluchten werfen hinweg über zahlreiche gelbe Cabs. Manchmal läuft man auch direkt unter einem dieser Hochhäuser hindurch. Der Park wurde 2007 eröffnet und immer wieder erweitert.
Dann machten wir uns aber doch zurück zum Hotel, denn so wirklich in Ruhe ließ mich die Sache mit der Kreditkarte nicht. Im Hotel behauptete man dann auch, man habe die Kreditkarte nicht, aber nach eindringlichem Bitten fand man sie dann doch. Zum Glück.
Da unser Musical erst um 8 Uhr im Theater of the New World begann, hatten wir noch Zeit ein leckeres thailändisches Essen zu uns zu nehmen. Das Musical handelte von einer tatsächlich stattgefundenen und einmaligen Record Session der Rock 'n' Roll Ikonen Elvis Presley, Johnny Cash, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins im Dezember 1956 bei Sun Records in Memphis. Gespielt wurden bekannte Titel wie "Blue Sued Shoes", "Fever", "Great Balls of Fire" etc.  

Freitag, 1. Juni 2012

Target Master & Hot Pot


Teil II meiner Einführung in amerikanische Sportarten: Schießen. Ganz in der Nähe an der Grenze nach Delaware befindet sich ein Target Master. Hier kann man sich Waffen von klein bis Shot Gun ausleihen und auf Schießbahnen abfeuern. Nach einer kurzen Einführung legten wir also los und schlugen uns gar nicht so schlecht. Nach dem die gekaufte Munition abgefeuert war, hatten wir uns unsere Stärkung wirklich verdient. 
Ich hatte einen Tisch im Restaurant "Melting Pot" reserviert. Das Besondere an diesem Restaurant ist das im Tisch integrierte Induktionfeld. Zu Beginn gab es ein Käsefonue und in den heißen Käse konnten wir Brot sowie verschiedenste Gemüsestückchen tunken. Dann wurde der Topf ausgetauscht und in einer von uns auserwählten Suppe (ein Rotweinfondue) wurde die Hauptspeise gekocht. Diese bestand aus verschiedenen Fleischsorten und Fischstücken, Kartoffeln, und Gemüse. Die Nachspeise bestand dann aus verschiedenen Früchten in einem Schokoladenfondue. Alles schmeckte wirklich ausgezeichnet.