Freitag, 20. Januar 2012

Wir haben einen Vogel

Oh ja, den haben wir. Als ich heute gerade meine Lunchbox auswusch bemerkte ich eine Bewegung hinter mir. Da ich wusste, dass außer mir niemand mehr im Haus war, schaute ich mich genauer um. Und da fand ich den Übeltäter auf dem Lampenschirm sitzend. Ein kleiner Vogel hatte sich in unsere Küche verirrt. Trotz einer ca. 14 minütigen Jagd durch die Küche, die dem Vogel anscheinend mehr Spaß machte als mir flog dieser nicht zur Terassentür raus. Im Gegenteil machte er sich auf dem Bilderrahmen direkt neben der Tür gemütlich und blickte heraus in die Kälte. Und kalt war es wirklich. Ich hatte genug und ging zum Aufwärmen zurück in mein Zimmer. 
Als ich merkte dass Sonya zurückkam, ging ich lieber in die Küche um sie zu warnen. Wir betreten unsere Etage ja immer durch die Terassentür in der Küche. Als ich sie mit unserem neuen Untermieter bekannt machte, hätte ich wirklich nicht so eine Reaktion erwartet. Der Vogel lag mittlerweile zusammengerollt und schlafend auf dem Lampenschirm und Sonya? Die sprang vor Angst gleich gegen die Wand und schrie laut um sich: "Mach es weg, ich möchte es nicht hier drinnen haben!" Sie wollte mit einem Mopp das arme Vögelchen von der Lampe stoßen, oder in einen Eimer. Bei diesen brutalen Methoden musste ich mir dann also doch ein Herz fassen. Ausgerüstet mit meinen dicken Skihandschuhen pirschte ich mich also an das Vögelchen heran. 
Doch genau in dem Moment als ich es anheben wollte, flog es davon. Sonya brach in Panik aus, so dass mir nichts weiter übrig blieb sie ganz aus der Küche zu verbannen. Eine Hilfe war sie hier ohnehin nicht. Für mich indes ging die Jagd in eine zweite Runde und der Vogel nutzte alle Möglichkeiten aus mir zu demonstrieren, dass er überall hinkommt: in die Schüsseln die zur Deko auf dem Küchenschrank stehen, hinter die Designergläser, ja sogar vor dem großen roten Bullen der aus irgendwelchen Gründen in einem Fach herumsteht hatte es keine Angst.  Außerdem habe ich mich dabei ertappt, wie ich mit dem Vogel englisch gesprochen habe. Ob der wohl auch deutsch verstanden hätte? Nach ca. 6 Minuten war es dann aber doch geschafft. Der Vogel war wieder in der (kalten) Freiheit und Sonya in unserer (nun auch kalten) Küche.

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