Und mal wieder was
Neues von der Fauna der USA. Bereits beim Saubermachen meines neuen Zimmers
musste ich einige Überreste von toten Käfern beseitigen. Ich schob es aber
darauf, dass meine Vormieterin ewig nicht sauber gemacht hatte und sich das
über die Zeit angesammelt hatte. Zumindest ließen die Unmengen an Staub darauf
zurückschließen.
Doch vor einigen
Tagen, als ich gemütlich Fernsehen schaute hörte ich plötzlich ein Geräusch,
was so klang als sei ein Mini-Helikopter in meinem Zimmer unterwegs. Als das
Geräusch verstummte, sah ich auch den Käfer, der sich in den Lichtkegel der
Lampe an die Wand gesetzt hatte. Ein daumennagelgroßes, hässliches Vieh. Ich
erinnerte mich sofort, dass meine Chefin mir zu Thanksgiving etwas von den
sogenannten Stinkbugs erzählt hatte, die es u.a. in unserem alten Bürogebäude
gab. Und diese Viecher heißen nicht von ungefähr so. Tötet man sie nämlich
in dem man sie zerdrückt, geben ihrer Drüsen einen ekligen Gestank ab, der das
ganze Zimmer benebelt. Da ich mir nicht anders zu helfen wusste, ging ich das
Risiko aber ein. Und siehe da, meiner stank gar nicht so sehr...nur leider weiß
man das vorher ja nie. Nachdem ich auf diese Art und Weise noch einige im Laufe
der letzten Woche erledigt hatte, und mir alle Welt sagte ich könne sie doch
nicht zerdrücken wegen des Gestankes, der angeblich wieder weitere Stinkbugs
anlockt, wollte ich etwas neues ausprobieren. Ich fing den Käfer dieses mal in
einem Glas, ließ etwas Wasser in mein Waschbecken und wollte ihn ertränken. So
weit der Plan. Aber der Käfer machte alles andere als ertrinken. Im Gegenteil
nahm er ein paar kräftige Züge und beschäftigte sich damit sein
Brustschwimmstil zu verbessern. Lauge, so hatte ich gelesen soll auch helfen.
Also nix wie ein bisschen Seife über das Tier. Doch auch das schien ihm nichts
auszumachen. In meiner Verzweiflung griff ich dann zum echten deutschen 8x4 Deo
Spray. Und siehe da: innerhalb weniger Sekunden lag das Tier regungslos im
Waschbecken. Nun ab damit in die Toilette und runter
damit.
Der Stinkbug
übrigens ist eine echte Plage hier. Mitte der 90er ist er wohl von Asien
eingeschleppt wurden und ließ sich hier in der Gegend von Allentown, PA nieder.
Er ist momentan in Massen im südöstlichen Pennsylvania aber auch in den
angrenzenden Bundesstaaten anzutreffen. Im Herbst, wenn es draußen kälter
wird, kriechen sie gern durch undichte Stellen in die Häuser um dort zu
überwintern. Zudem vermehrt er sich auch ziemlich schnell, nicht zu letzt weil
er hier im Gegensatz zu Asien keinerlei natürliche Feinde hat. Bei meinem Aufenthalt vor 5 Jahren ist mir der Stinkbug noch nicht einmal begegnet. Es soll Häuser
geben, da kann man nicht mal mehr in Ruhe essen oder fernsehen ohne nicht von
dem Käfer belästigt zu werden. Aber eigentlich ist das Tier ziemlich dumm und
sehr, sehr langsam. Immerhin tut er dem Menschen eigentlich auch nicht, obwohl
seine scharfen Fühler, mit denen er normalerweise das Obst und Gemüse
ansticht natürlich auch Schmerzen verursachen können. Die Landwirtschaft ist
momentan allerdings am meisten davon betroffen, denn wie gesagt, ernährt er
sich gern von diesen Dingen. Ich selbst kann dagegen nur wenig unternehmen,
selbst Kammerjäger weisen nur einen kurzfristigen Erfolg auf. Weitere Methoden
wie das Einsprühen bzw. Abdichten des gesamten Hauses sind eine weitere sehr
kostenintensive Methode. Mehrere Universitäten beschäftigen sich bereits mit
den Stinkbugs und ich hoffe es wird bald eine Lösung gefunden.
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