Dienstag, 24. Januar 2012

Was für eine Nacht

Eigentlich war es ein ganz normaler Tag. Die Temperaturen waren endlich mal wieder über 0 Grad Celsius und der Schnee taute aufgrund des warmen Regens. Üblicherweise fahre ich montags ja immer zum Chickenwings Essen nach West Chester, doch heute Abend wollte ich lieber nach Hause, um meine Erkältung richtig auszukurieren. Und das war auch gut so, wie sich später herausstellte.
Gegen 22 Uhr, ich lag bereits gemütlich in meinem Bett und surfte noch im Internet, kam ein Sturm auf (ok, vielleicht war er schon vorher da, aber da fiel er mir das erste Mal auf.) Er rauschte durch die riesigen Bäume die unser Haus umgeben und diese knirschten nur so. Dann 22.15 Uhr flackerten unsere Lampen kurz auf, es gab ein lautes krachendes Geräusch und dann....war es dunkel. Meine erste hastige Reaktion war das Schließen meines Notebooks - als ob das irgendetwas gebracht hätte. Nun immerhin war es bei mir nicht ganz dunkel, da ich beim Yankee Candle Schlussverkauf letzte Woche eine große Duftkerze gekauft hatte, die mein Zimmer nun in ein romantisches Licht getaucht hatte. Ich begab mich auf die Suche nach der Ursache. Im ersten Moment klang es, als sei bei meiner Mitbewohnerin im Zimmer ein Baum eingeschlagen. Diese stand auch schon auf dem Flur, erzählte allerdings in Seelenruhe weiter am Telefon mit ihrer Mutter. Auch die zweite Mitbewohnerin fand sich ein und schließlich Betty unsere Vermieterin. Immer auf die häufig auftretenden Stromausfälle gefasst, da so gut wie alle Stromleitungen oberirdisch verlaufen und daher bei jeder Kleinigkeit betroffen sind, hatten meine Vermieter natürlich eine große batteriebetriebene Lampe. Wir stellten fest, dass es wohl doch nicht so nah war wie es klang und alle Häuser um uns herum auch keinen Strom mehr haben. Nachdem wir also nichts an dem Sachverhalt ändern konnten, ging ich ins Bett. Wirklich schlafen konnte ich allerdings noch nicht, denn die Bäumen knirschten immernoch im Wind und unser im Bungalowstil erbautes Haus ist schließlich auch nicht das stabilste... Hinzukommt, dass kein Strom auch keine Heizung bedeutet und ich mir schon Gedanken machte wie die Temperaturen wohl über Nacht herabsinken werden. Irgendwann schien ich dann aber doch eingeschlafen zu sein, bis mich ein lautes Geräusch gegen 2 Uhr morgens weckte. Es klang als ob jemand im Untergeschoss angefangen hatte zu sägen. Nach einiger Zeit entschied ich dann aber dass es doch draußen sein muss und jemand vielleicht den umgefallenen Baum beseitigt. Gerade als ich meine Geduld verlor, bemerkte ich dass der Strom wieder da war und zu meiner Freude auch die Heizung. Ich muss sagen, dadurch dass es bei uns im Haus sowieso immer ziemlich kalt ist, habe ich fast gar nicht gemerkt, dass die Heizung die letzten 4 Stunden aus war.
Heute morgen bin ich dann langsamer durch unsere Nachbarschaft gefahren, da ich sehen wollte wo der Baum umgekippt ist. Außer ein paar Ästen war jedoch weit und breit nichts davon zu sehen...Sehr eigenartig.

Freitag, 20. Januar 2012

Wir haben einen Vogel

Oh ja, den haben wir. Als ich heute gerade meine Lunchbox auswusch bemerkte ich eine Bewegung hinter mir. Da ich wusste, dass außer mir niemand mehr im Haus war, schaute ich mich genauer um. Und da fand ich den Übeltäter auf dem Lampenschirm sitzend. Ein kleiner Vogel hatte sich in unsere Küche verirrt. Trotz einer ca. 14 minütigen Jagd durch die Küche, die dem Vogel anscheinend mehr Spaß machte als mir flog dieser nicht zur Terassentür raus. Im Gegenteil machte er sich auf dem Bilderrahmen direkt neben der Tür gemütlich und blickte heraus in die Kälte. Und kalt war es wirklich. Ich hatte genug und ging zum Aufwärmen zurück in mein Zimmer. 
Als ich merkte dass Sonya zurückkam, ging ich lieber in die Küche um sie zu warnen. Wir betreten unsere Etage ja immer durch die Terassentür in der Küche. Als ich sie mit unserem neuen Untermieter bekannt machte, hätte ich wirklich nicht so eine Reaktion erwartet. Der Vogel lag mittlerweile zusammengerollt und schlafend auf dem Lampenschirm und Sonya? Die sprang vor Angst gleich gegen die Wand und schrie laut um sich: "Mach es weg, ich möchte es nicht hier drinnen haben!" Sie wollte mit einem Mopp das arme Vögelchen von der Lampe stoßen, oder in einen Eimer. Bei diesen brutalen Methoden musste ich mir dann also doch ein Herz fassen. Ausgerüstet mit meinen dicken Skihandschuhen pirschte ich mich also an das Vögelchen heran. 
Doch genau in dem Moment als ich es anheben wollte, flog es davon. Sonya brach in Panik aus, so dass mir nichts weiter übrig blieb sie ganz aus der Küche zu verbannen. Eine Hilfe war sie hier ohnehin nicht. Für mich indes ging die Jagd in eine zweite Runde und der Vogel nutzte alle Möglichkeiten aus mir zu demonstrieren, dass er überall hinkommt: in die Schüsseln die zur Deko auf dem Küchenschrank stehen, hinter die Designergläser, ja sogar vor dem großen roten Bullen der aus irgendwelchen Gründen in einem Fach herumsteht hatte es keine Angst.  Außerdem habe ich mich dabei ertappt, wie ich mit dem Vogel englisch gesprochen habe. Ob der wohl auch deutsch verstanden hätte? Nach ca. 6 Minuten war es dann aber doch geschafft. Der Vogel war wieder in der (kalten) Freiheit und Sonya in unserer (nun auch kalten) Küche.

Dienstag, 17. Januar 2012

What the heck are Stink Bugs?

Und mal wieder was Neues von der Fauna der USA. Bereits beim Saubermachen meines neuen Zimmers musste ich einige Überreste von toten Käfern beseitigen. Ich schob es aber darauf, dass meine Vormieterin ewig nicht sauber gemacht hatte und sich das über die Zeit angesammelt hatte. Zumindest ließen die Unmengen an Staub darauf zurückschließen.
Doch vor einigen Tagen, als ich gemütlich Fernsehen schaute hörte ich plötzlich ein Geräusch, was so klang als sei ein Mini-Helikopter in meinem Zimmer unterwegs. Als das Geräusch verstummte, sah ich auch den Käfer, der sich in den Lichtkegel der Lampe an die Wand gesetzt hatte. Ein daumennagelgroßes, hässliches Vieh. Ich erinnerte mich sofort, dass meine Chefin mir zu Thanksgiving etwas von den sogenannten Stinkbugs erzählt hatte, die es u.a. in unserem alten Bürogebäude gab. Und diese Viecher heißen nicht von ungefähr so. Tötet man sie nämlich in dem man sie zerdrückt, geben ihrer Drüsen einen ekligen Gestank ab, der das ganze Zimmer benebelt. Da ich mir nicht anders zu helfen wusste, ging ich das Risiko aber ein. Und siehe da, meiner stank gar nicht so sehr...nur leider weiß man das vorher ja nie. Nachdem ich auf diese Art und Weise noch einige im Laufe der letzten Woche erledigt hatte, und mir alle Welt sagte ich könne sie doch nicht zerdrücken wegen des Gestankes, der angeblich wieder weitere Stinkbugs anlockt, wollte ich etwas neues ausprobieren. Ich fing den Käfer dieses mal in einem Glas, ließ etwas Wasser in mein Waschbecken und wollte ihn ertränken. So weit der Plan. Aber der Käfer machte alles andere als ertrinken. Im Gegenteil nahm er ein paar kräftige Züge und beschäftigte sich damit sein Brustschwimmstil zu verbessern. Lauge, so hatte ich gelesen soll auch helfen. Also nix wie ein bisschen Seife über das Tier. Doch auch das schien ihm nichts auszumachen. In meiner Verzweiflung griff ich dann zum echten deutschen 8x4 Deo Spray. Und siehe da: innerhalb weniger Sekunden lag das Tier regungslos im Waschbecken. Nun ab damit in die Toilette und runter damit.  

Der Stinkbug übrigens ist eine echte Plage hier. Mitte der 90er ist er wohl von Asien eingeschleppt wurden und ließ sich hier in der Gegend von Allentown, PA nieder. Er ist momentan in Massen im südöstlichen Pennsylvania aber auch in den angrenzenden Bundesstaaten anzutreffen. Im Herbst, wenn es draußen kälter wird, kriechen sie gern durch undichte Stellen in die Häuser um dort zu überwintern. Zudem vermehrt er sich auch ziemlich schnell, nicht zu letzt weil er hier im Gegensatz zu Asien keinerlei natürliche Feinde hat. Bei meinem Aufenthalt vor 5 Jahren ist mir der Stinkbug noch nicht einmal begegnet. Es soll Häuser geben, da kann man nicht mal mehr in Ruhe essen oder fernsehen ohne nicht von dem Käfer belästigt zu werden. Aber eigentlich ist das Tier ziemlich dumm und sehr, sehr langsam. Immerhin tut er dem Menschen eigentlich auch nicht, obwohl seine scharfen Fühler, mit denen er normalerweise das Obst und Gemüse ansticht natürlich auch Schmerzen verursachen können. Die Landwirtschaft ist momentan allerdings am meisten davon betroffen, denn wie gesagt, ernährt er sich gern von diesen Dingen. Ich selbst kann dagegen nur wenig unternehmen, selbst Kammerjäger weisen nur einen kurzfristigen Erfolg auf. Weitere Methoden wie das Einsprühen bzw. Abdichten des gesamten Hauses sind eine weitere sehr kostenintensive Methode. Mehrere Universitäten beschäftigen sich bereits mit den Stinkbugs und ich hoffe es wird bald eine Lösung gefunden. 

Samstag, 14. Januar 2012

Couponing

Und ich habe mal wieder einen neuen US-Sport entdeckt: Couponing.
Als ich gestern unsere Küche betrat, wurde ich von einer Unmenge an Einkaufstüten erschlagen. Meine Mitbewohnerin ist aus ihren Weihnachtsferien zurückgekehrt und hat den freien Tag genutzt, um ihre vielen, über Weihnachten gesammelten Coupons in Produkte umzuwandeln. Von Coupons haben wir ja alle schon einmal gehört, doch hier in den USA hat der Coupon eine viel größere Bedeutung als bei uns in Deutschland. Überall kann man sie finden: an der Supermarktkasse, in Zeitungen, Zeitschriften, auf der Innenseite von Produktverpackungen und im Zeitalter des Internets natürlich auch online. Sonya präsentierte mir ihre gesamten Coupons: ein Stapel den man durchaus in einem Ordner hätte abheften können. Es gibt Herstellercoupons die man überall da einlösen kann, wo es das Produkt zu kaufen gibt,  oder sogenannte Store-Coupons die wirklich nur bei der Kette/ dem Laden eingelöst werden können. Außerdem muss man genau lesen: einige gelten nur wenn man eine bestimmte Anzahl des Produktes kauft und natürlich haben alle ein Ablaufdatum. Sonya erklärt mir auch das ACME (ähnlich wie Kaufland aber nur hier im Nordosten der USA zu finden) die Coupons <$1 verdoppelt. Deshalb sind die 75ct Coupons die wertvollsten, da sie bei ACME $1.50 Rabatt bedeuten. Ich durfte mir aus dem Stapel welche aussuchen und habe nun heute das erste mal ge-coupont und siehe da, die Supermarktkasse hat alles richtig berechnet.
Im Internet findet man auch diverse Videos über Extreme Couponing wo Leute bestimmte Produkte für über $800 einkaufen und nach Vorlage von hunderten Coupons am Ende sogar noch ausbezahlt werden. Allerdings haben die auch den ganzen Keller voller Produkte - denn oftmals müssen dann eben 10 Waschmittelpackungen gekauften werden oder 10x Katzenfutter u.s.w.

Dienstag, 10. Januar 2012

Again...der Führerschein

Ich kann es kaum glauben. Als ich heute meinen 4. Versuch im Driver's License Center unternahm, hat auch alles gepasst. Die Rückmeldung aus Deutschland war vorhanden, ich hatte alle meine Dokumente, der Sehtest verlief positiv, die Dame am Schalter war zur Abwechlsung auch mal eine sehr nette. Doch dann passierte es...die Nummer meines Passes wurde vom System nicht verarbeitet. Und warum? Nun das weiß man nicht so genau. Die gute Frau probierte es noch einmal, erklärt mir aber dann dass es wohl an den unterschiedlichen Namen auf meinen Dokumenten liegt. Obwohl mein Rufname auf allen erscheint, legt man hier im Gegensatz zum deutschen Führerschein Wert auf die Reihenfolge der Name. In den nächsten 3 Wochen werde ich also Post erhalten, die mir verrät, ob ich demnächst meinen Führerschein bekommen darf.

Mittwoch, 4. Januar 2012

It's a pain...

Kaum 2 Tage wieder zurück, holte mich auch schon die Realität wieder ein. In der Mittagspause unternahm ich einen weiteren Anlauf auf dem Driver's License Center. Meine telefonische Nachfrage vor Weihnachten wurde ja abgewiesen, mit der Begründung man könne mich am Telefon nicht identifizieren (was auch nicht anders wäre wenn sie mir endlich den langersehnte Anruf geben würden). Wie gewünscht wartete ich also vor dem Supervisor Office, nur um dann als ich endlich dran war herauszufinden dass er mir nicht weiterhelfen kann. Immerhin sagte er einem Angestellten Bescheid. Ich musste natürlich noch einmal knapp 10 Minuten warten bis dieser dann endlich ins Lager, oder wohin auch immer ging, um zu schauen ob die Rückmeldung aus Deutschland eingetroffen ist. Und tatsächlich war immer noch nichts da. Nach 1.5 Monaten bin ich also immer noch nicht weiter. Immerhin konnte ich diesesmal den Angestellten überreden den Prozess noch einmal abzustoßen. In 6 Tagen soll ich dann noch einmal telefonisch nachfragen, ob inzwischen was angekommen ist. Auf meinen Einwand dass man mir telefonisch keine Auskunft gibt meinte der gute Herr ich soll einfach sagen mir wurde gesagt ich sollte anrufen, weil mein Führerscheinabgleich nun schon zum zweiten Mal angestoßen wurde. Den Erfolg dieser Methode wage ich zwar zu bezweifeln, aber mir bleibt ja sowieso nichts anderes übrig. Und egal wem man hier von dieser Führerscheingeschichte erzählt bekommt ich immer nur eines zu hören: "Yeah, it can be a pain!".
Allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012!