Dienstag, 15. November 2011

Interkulturelles Training

In meiner Versetzung inkludiert ist auch ein Interkulturelles Training und normalerweise auch ein Sprachtraining (das hat man bei mir aber nach dem ersten Telefongespräch gestrichen, da ich wohl schon zu gut war). Gestern und heute kam also mein Coach zu mir nach Hause und erzählte mir etwas über die kleinen Unterschiede zwischen Deutschen und Amerikanern. Eigentlich dachte ich wir werden die beiden Tage nicht mal voll bekommen, aber nachdem es am ersten Tag von 9 Uhr bis 19 Uhr ging war ich doch erstaunt. So viele Kleinigkeiten, die vor allem in der Arbeitsweise und im Entscheidungsstil unterschiedlich sind, hätte ich nicht erwartet. Denn: wer kann denn schon etwas an dem ordentlichen, detailorientierten Arbeitsstil der Deutschen etwas auszusetzen haben ;)  Ok einige Male sind wir auch abgeschwiffen, so zum Beispiel als es um die Qualität von Aldi hier in den USA ging und dass es bei Weitem nicht das ist, was wir aus Deutschland kennen. Wirklich erstaunt war ich über einen kleinen Supermarkt namens Trader Joe's, der qualitativ höherwertige Lebensmittel zu angemessenen Preisen verkauft. Und ratet mal wem der gehört? Theo Albrecht - na kein Wunder das Aldi hier in den USA nicht unbedingt den Durchbruch schaffen muss. Angeblich soll es in Deutschland auch Produkte mit dem Trader Joe's Label geben, um sie langsam auf dem deutschen Markt bekannt zu machen. Ich selbst habe es noch nicht dort gesehen...
Der zweite Tag war nicht ganz so lang aber immerhin ging es auch da bis 15 Uhr.

Sonntag, 13. November 2011

How to: ...buy a car in the states

Ein kurzer Bericht über meine Wochenenderlebnisse. Nein, dieses Mal kein Reisebericht sondern über meinen Versuch ein Auto in den USA zu kaufen. Autos und USA - klar das passt zusammen und jeder wird sich denken: "Das ist doch sicher total easy". Nun, dieser Illusion gebe ich mich mittlerweile nicht mehr hin. Im Gegenteil, mit so vielen kleinen Details die zu beachten sind, hätte ich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo wirklich fast jeder ein Auto besitzt, nicht gerechnet.
Vom Destination Service hatte ich bereits eine Mappe mit wichtigen Links erhalten, wo u.a. für den Autokauf auch die Seite von Kelly Blue Book gelistet ist. Typisch deutsch orientierte ich mich dort an den Autos mit dem besten Verbrauch und entschied: ein Ford Focus mit Hatchback (Fließheck) soll es werden, denn dort gefiel mir auch die Ausstattung. Einen Termin für eine Probefahrt am Samstag machte ich auch gleich über diese Seite aus. Der Samstag scheint an sich ein sehr beliebter Tag für Familien zu sein, um eine Probefahrt zu machen, denn alle Autohäuser waren gut besucht. Mein Plan war es nur einmal eine Probefahrt zu machen, aber in ca. 3 Autohäusern einen Kostenvoranschlag zu verlangen. 
Bei meiner Tour durch die Autohäuser (eigentlich waren es mehr Autohöfe) überlegte ich kurz ob ich nicht treffenderweise lieber dieses Auto kaufen sollte - das war mir dann aber doch eine Nummer zu groß ;) 
Kaufen könnte ich ein Auto momentan sowieso noch nicht, da man zunächst eine Versicherung benötigt. Für diese wiederum braucht man einen US-amerikanischen Führerschein, denn nur einige wenige Versicherungen akzeptieren den ausländischen Führerschein und versichern dich zu horrenden Preisen. Um jedoch einen Führerschein in den USA zu bekommen muss man entweder den Führerschein neu machen (was hauptsächlich Zeit kostet und nur $35) oder aber man muss diesen umschreiben lassen. Für beide Varianten wiederum benötigt man die so genannte "Proof of Residency" bestehend aus 2 unterschiedlichen Dokumenten (Mietvertrag, Stromabrechnung, Tax Statements) die bestätigen, dass man wirklich hier in Pennsylvania lebt. Da ich allerdings noch in meiner Übergangswohnung lebe, habe ich das natürlich nicht. Gleichzeitig wird jedoch verlangt, dass man innerhalb der ersten zwei Monate seinen amerikanischen Führerschein beantragt. Hier beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz. 
Aber immerhin hatte ich am Abend 3 Angebote, natürlich alle mit unterschiedlichen Preisen trotz gleicher Ausstattung. Hier in den USA wird erwartet, dass man beim Autokauf handelt und dabei sollte man sich am sogenannten Invoice Price (Preis den der Dealer dem Hersteller zahlt) orientieren. Zumindest mit einem Angebot bin ich da schon sehr nah dran. Und da mir bestätigt wurde, dass die Angebote noch die nächsten 4 Wochen gelten, habe ich dann schon einmal einen guten Ausgangspunkt. Nun muss ich mich aber erstmal um die Führerscheinangelegenheit kümmern.
Einer der Autoverkäufer meinte übrigens ich hätte diesen netten Boston Dialekt - wo ich denn den her hätte. Das ist schon verwunderlich, denn als ich vor 5 Jahren das erste Mal in Boston war, habe ich die Leute dort noch nicht mal verstanden.

Donnerstag, 10. November 2011

How to: ...Wash your clothes

Eigentlich sollte das ja kein Problem sein, so denkt man sich. Aber schon beim ersten Blick auf die Waschmaschine sah ich ein großes Fragezeichen über mir schweben. Grund war der rechte Schalter:
Kalt/Kalt, Warm/Kalt, Heiß/Kalt - was soll das denn?

Sehnsüchtig wurden in mir schon die Erinnerungen an die damalige Waschmaschine meiner Landlords wach: diese hatte ein Touchpad auf dem ich nur die Art der Kleidung auswählen musste, die Einstellung an sich übernahm der Computer.

Aber nachdem ich den Deckel gelüftet hatte, lüftete sich auch das Geheimnis dahinter. Eine riesige Erklärung erschien: Waschen und Spülen. Hätte man in zwei kleinen Worten auch draußen dran schreiben können. Nun gut. Einen Einschub für Waschmittel gibt es auch nicht, d.h. alles rein und dann einfach drüber schütten. So kann es entweder sein, dass ich Flecken davontrage wenn es zu konzentriert auf einer Stelle aufschlägt, oder aber es läuft gleich alles durch eines der am Boden befindlichen Löcher. Aber eine Wahl habe ich ja sowieso nicht.
Interessant ist auch, dass auf Handtücher die Gradzahl in °C angeben und nicht in Fahrenheit (und die Handtücher werden angeblich in der Nähe hergestellt)

Dienstag, 8. November 2011

So lässt es sich aushalten

Nach ein paar Tagen Funktstille mal wieder ein Update.
Heute waren es sage und schreibe 21°C im Schatten, Sonnenschein und das Herbstlaub zeigt sich mittlerweile in seiner schönsten Färbung. Wir haben doch tatsächlich in unserer Mittagspause draußen im Schatten sitzen und essen können. Als ich dann heute nach Hause kam, roch es auch schon frisch geputzt. Alle zwei Wochen wird das Apartment sauber gemacht. Allerdings komme ich in diesen Genuss auch nur noch einmal.

Viel hat sich bei mir ansonsten nicht ereignet, außer dass ich mit den organisatorischen Dingen beschäftigt bin. Seit dem Wochenende habe ich nun auch endlich eine US-Mobilfunknummer. Dafür bin ich eigens in einen T-Mobile Store gefahren, weil ich eine Prepaid SIM-Karte wollte. Allerdings mit einem Tarif den es nur im Internet gibt. Ich dachte mir: "Macht nix, im Laden kriegen die das schon hin". Die Mitarbeiter wussten allerdings von ihrem Onlineangebot nichts und meinten ich solle online bestellen. Ich äußerte Bedenken, dass ich dann ja keine SIM Karte hätte, aber die würde man mir dann schon zuschicken. Da ausdrücklich dabei stand dass es eine E-Mail Delivery ist, war diese Aussage natürlich Quatsch. Nachdem ich mich im nächsten Walmart, der diesen Tarif auch im Namen von T-Mobile vertreibt, rückversichert hatte dass man keine SIM dazu bekommt habe ich dann doch einen anderen Tarif für den ersten Monat gewählt.
Gestern war ich zum ersten Mal beim Lunch mit den anderen Interns dabei. Im Vergleich zu vor 5 Jahren ist es eine sehr gemischte Truppe mit Interns aus vielen unterschiedlichen Ländern. Mal sehen was die so alles unternehmen.
Morgen gehe ich mit einem Kollegen der ebenfalls aus Deutschland ist und seiner Frau essen.

Donnerstag, 3. November 2011

Auf Exkursion

In der Mittagszeit holte mich die nette Dame vom Destination Service von der Arbeit ab und zuerst ging es zur Bank. Ich besitze nun ein Bankkonto auf dem sich stolze $0.00 befinden. Also kann ich damit noch nicht allzuviel anfangen.
Dann zeigte sie mir noch einige empfehlenswerte Apartment Communities in West Chester, Exton und Devon. Einige sahen von außen recht unspektakulär aus, andere waren liebevoll wie kleine Dörfer angelegt, mit netten kleinen Häusern, Community Haus, Pool und Tennisplatz. Im Gegensatz zu den billigeren Apartments ($800) starten die allerdings für ein 1-Bedroom auch erst bei $1.220. Dazu kommt dann noch die Miete für Möbel, Nebenkosten, etc so dass allein diese Argumente für meine Entscheidung sprechen wieder bei Landlords einzuziehen.
Heute habe ich auch einiges über den amerikanischen Führerschein und das Kaufen eines Autos in den USA gelernt. Diese Geschichte verschiebe ich aber auf ein anderes Mal, wenn sich "meine Auto-Situation" hier etwas klarer gestaltet hat.
Meinen ehemaligen Manager habe ich heut auch wieder getroffen (beziehungsweise hat er mich an meinen Haaren beim Vorbeilaufen an meinem Cube wieder erkannt und mich gleich freudig umarmt). Er arbeitet jetzt meist von zu Hause, weshalb wir uns noch nicht getroffen hatten.

Mittwoch, 2. November 2011

Stolzer Besitzer eines....

Eingang zu meiner Wohneinheit
Eigentlich gibt es nicht viel Neues zu berichten. Heute morgen waren doch tatsächlich die Scheiben meines Autos zugefroren. Ganz amerikanisch habe ich dieses Problem natürlich mit dem Gebläse gelöst, aber dennoch stand auch aufgrund meiner früheren Erfahrungen fest: ein Eiskratzer muss her. Nach der Arbeit habe ich mich dann also auf die Suche begeben. Erster Anlauf war der Giant, eine große Supermarktkette hier im Nordosten der USA. Aber irgendwie ist das auch nicht mehr alles so riesig wie man sich das immer vorstellt. Im Gegenteil, das Kaufland bei uns weist da schon mehr Produktvielfalt auf - und hätte sicher nach dem ersten Schnee Eiskratzer bei den Saisonartikeln gehabt. Nicht so dieser Supermarkt hier, ich hätte mich zwar noch mit Kürbissen eindecken können, nur würden die mir morgens das Eis nicht von der Scheibe schmelzen. Dafür habe ich eine andere Entdeckung gemacht: gleich zwei Frauen, die an der Kasse ihren eigens mitgebrachten Stoffbeutel dem Einpacker reichten. Auch hier scheint man mittlerweile also etwas umweltbewusster zu denken. Freut mich.
Nebenan habe ich dann auch einen Hardware Supply gefunden. Der nette Angestellte zeigte mir dann auch gleich einige der tollen Exemplare. Ich bin nun also stolzer Besitzer dieses Eiskratzer und -fegers. Damit kann ich wenigsten auch den Schnee vom Dach des Autos fegen, was bei den amerikanischen Schlitten sich schon einmal kompliziert gestalten kann. Und wer denkt dass dies der größte Eiskratzer war: nein das war er nicht. Aber bei einem noch größeren meinte dann selbst der Verkäufer dass ich den gleich als Schläger verwenden könne wenn mir jemand was aus meinem Auto stehlen wollte ;)

Mein Mietwagen vor dem Clubhaus
Die Firma die normalerweise eine Person bereitstellt, die einem hier die Gegend zeigt und bei der Einrichtung von Bankkonto und Führerschein etc. unterstützt hat mich anscheinend vergessen - oder war einfach nur genauso verwirrt durch das ständige Verschieben meines Startdatums wie ich. Aber nun ist der Kontakt hergestellt und morgen wird mich also jemand in der Mittagspause zur Bank und zum Driver License Center begleiten. Na ich bin mal gespannt.

Blick auf den unteren Teil der Community und das Great Valley
Heute habe ich es auch endlich geschafft ein paar Außenaufnahmen von der Community zu machen. Im Vordergrund sieht man meinen Mietwagen, den Nissan Altima. Im Tal kann ich hinten auf das Great Valley Corporate Center erkennen, in dem sich Siemens und somit auch meine Arbeitsstätte befindet.

Dienstag, 1. November 2011

Erster Arbeitstag

Nachdem ich 9 Stunden durchgeschlafen habe, wollte ich das Frühstück ausprobieren, welches es hier im Club Haus gibt. Dieses war nicht so spektakulär und bestand aus vielen Muffins, Joghurt und Instant Oat Meal. Immerhin gab es Orangen Saft und Kaffee. Siemens ist nur ein paar Autominuten vom Apartmentkomplex entfernt. Im Büro wurde ich zuerst von der Teamassistenz freudig begrüßt, die sich auch sofort an mich erinnern konnte. Viele Bekannte Gesichter habe ich wieder gesehen, aber auch einige Neue kennengelernt. U.a. auch einen Delegate der seit Juni hier ist und mir einige Tipps zu den verschiedenen Themen geben kann die bei mir noch anstehen (Versicherungen etc.)
Einige Kollegen berichten immer noch von Stromausfällen durch den Schnee. Bis Freitag soll es wohl auch noch dauern, bevor wieder alle versorgt sind. Und meine Managerin berichtete mir, dass es sogar von der Straßenseite abhängt, ob man Strom hat oder nicht. Denn im Gegensatz zu ihren Nachbarn hat sie wohl Strom.
Auch das Codieren des Ausweises verlief ohne Probleme und was mich immer noch am meisten begeistert: es stand doch tatsächlich für mich ein neues Notebook zum Abholen bereit. Allerdings kein Dell sondern ein HP. Mal was Anderes.
Nach der Arbeit stand dann auch der erste Wocheneinkauf auf dem Programm. Mittlerweile gibt es hier ganz in der Nähe einen Wegman's, ein riesiger Lebensmittelmarkt, der Waren aus aller Herren Länder beherbergt. So auch Deutsches Brot mir dem stilvollen Namen "Jagdschnitten" (allerdings nicht frisch vom Bäcker). Einige Dinge werden sich aber wohl nie ändern wie beispielsweise die Abwesenheit von Deodorants in Form von Sprays. Warum auch immer.