Sonntag, 23. September 2012

Ausritt an einem schönen Herbsttag

Dank Groupon stand am heutigen Tag schon wieder ein Event auf dem Plan: Horseback Riding im Evansburg State Park. Der Park ist nur ein paar Meilen von meinem Haus entfernt und dennoch war ich noch nie dort. Als vor 2 Wochen dann der Groupon für 2h Reiten zum Preis von einer Stunde im Angebot war, habe ich zugeschlagen. Vorher machte ich jedoch noch einen kurzen Abstecher zu den Outdoor Batting Cages im Freddy Hill Farm Park. Und dann ging es in den Evansburg State Park. Ich sollte auf Leo einem jungen ca. 5 Jahre alten Pferd reiten. Nur hatte der Gute alles andere im Sinn als hinter den anderen Pferden hinterher zu traben. 
Die Zweige und Gräser links und rechts am Wegesrand schmeckten ihm zu gut und wir stoppten immer wieder an den für mich unbequemsten Stellen: unter Zweigen, direkt neben dem Ufer des kleinen Flusses, oder an Hängen und wenn es ihm dann mal passte legte er wieder einen Gang zu. Unsere Route führte uns über Felder, auf Waldwegen entlang oder Asphalt. Das Highlight waren allerdings die Flussüberquerungen bei der sich mein Leo natürlich die tiefste Stelle raussuchte. Ich konnte gerade noch so meine Füße in die Höhe reißen und hoffte nur dass er nicht anfängt zu schwimmen. Aber auch diese Überquerung meisterten wir. Nach den 2 Stunden war ich allerdings froh wieder auf dem Boden stehen zu können, denn der Sattel ist wirklich nicht der bequemste...den werde ich wohl morgen noch spüren. Und auch auf die Knie geht diese unbequeme Haltung. Ich glaube das Reiten ist dann doch nicht mein neuer Sport.  

Samstag, 22. September 2012

Morris Arboretum und Harvest Fest


Das erste Herbstwochenende wurde mit 28°C sehr warm eingeläutet. Deshalb beschloss ich in das nahegelegene Morris Arboretum der University of Pennsylvania zu fahren. Neben einem Rosengarten, Schwanensee, Englischem Garten und Japanischem Wassergarten, wurden u.a. in 10m Höhe Netze gespannt in die man sich legen kann und die Welt aus der Vogelperspektive beobachten kann. Nette Idee. 

Am Nachmittag machte ich mich dann auf nach Media, PA für eine Fototour. Hier findet das Linvilla Harvest Fest statt und schon von weitem leuchteten mir die organgenen Kürbisse entgegen. Gänsekürbisse, Erdnuss-Kürbisse (da sie aussehen als hätten sie Erdnussschalen auf der Kürbisaußenfläche), Schlangenkürbisse usw. Auch wenn Thanksgiving erst in knapp 2 Monaten ist, fiebern die Amerikaner schon darauf hin. Das ist das nächste große Highlight des Jahren.  Und auch für mich haben sich heute einige schöne Fotomotive ergeben.

Sonntag, 16. September 2012

Mit dem Segway durch Philly

Habe ich schon erwähnt, dass ich mittlerweile großer Groupon-Fan geworden bin? Dieses Mal ging es mit einem Groupon zum Segwayfahren zum halben Preis. Kurz vor 14.30Uhr musste man sich am Segway Stand einfinden und zunächst erstmal die Papiere ausfüllen, damit man auch ja für sich selbst verantwortlich ist falls man fällt. Dann wurde ein Einführungsvideo gezeigt mit all dem was man zu beachten hat. Dann ging es an die Praxis. Einer nach dem anderen wurde vom Guide auf dem Segway eingewiesen. Fahren und stoppen, Balance halten,  drehen, absteigen und wieder aufsteigen. Unser Guide Ashton, der auch ein wenig Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Kutcher hatte, war sehr geduldig. Und dann war man auch schon "Good to go" und durfte allein ein bisschen weiter üben. Zum Abschluss musste man noch einen Slalom Absolvieren und zeigen dass man kontrolliert stoppen und wenden kann. Diese Unterweisung allein beanspruchte schon eine Stunde und uns taten schon da die Füße weh - unglaublich welche Muskeln man in den Füßen hat....
Dann ging es endlich los. Wir starteten am Love Park, dann ging es vorbei am Logan Square, Rodin Museum bis hinter das Museum of Art wo eine Pause gemacht wurde. Ungefähr den gleichen Weg ging es dann wieder zurück nur dieses Mal auf der anderen Straßenseite. Einige Denkmäler und Gebäude kannte ich in der Tat auch noch nicht, aber ich war eigentlich auch nicht wegen der Tour hier sondern zum Segway fahren. Und das hat wirklich super viel Spaß gemacht. Nach kurzer Zeit fühlte ich mich schon richtig wohl und hatte das Segway unter Kontrolle. Dennoch ist es wirklich zu überlegen ob man so etwas macht wenn man nur ein paar Stunden Zeit um sich eine Stadt anzuschauen. Der volle Preis ist dann doch ziemlich teuer und die Einweisung sehr zeitintensiv. Abgesehen davon ist es aber wirklich zu empfehlen!

Freitag, 14. September 2012

Ventriloquist Jeff Dunham Live

Grand Stand der York Fair
Wieder ein neues Wort gelernt: Ventriloquist. Das bedeutet Bauchredner und genau zu einem solchen ( meines Erachtens witzigsten Bauchredners) ging es heute Abend. Nach der Arbeit machte ich mich mit einem Arbeitskollegen auf in Richtung Westen, genauer gesagt nach York, PA. Die Stadt mit ca. 44.000 Einewohner beherbergt die historische Olde York Fair, von der behauptet wird, dass es der älteste landwirtschaftliche Jahrmarkt in den USA ist und seinen Ursprung 1765 hat. Doch wie ihr euch sicher vorstellen könnt, waren wir nicht wegen den landwirtschaftlichen Erzeugnissen hier. 
Peanut- oder besser Batnut - und José Jalapeno
Momentan findet hier gerade ein riesiger Jahrmarkt statt, den man mit unserem Schützenfest oder einem Rummel vergleichen kann. Das Gelände war entgegen unserer Erwartungen riesig. Demzufolge gestaltete sich auch die Parkplatzsuche schwieriger. Neben vielen Fahrgeschäften befanden sich unzählige Fast Food und Süßigkeiten Stände. Unser Ziel war jedoch der Grand Stand, eine riesige Bühne auf dem Gelände. Hier sollte in wenigen Minuten Jeff Dunham auftreten. Für alle die Jeff Dunham noch nicht kennen hier ein kurzer Überblick: Jeff ist ein amerikanischer Bauchredner und Stand-up Comedian, der mit seinen selbst gefertigten Puppen bekannt geworden ist. Auf ihn aufmerksam geworden bin ich durch einen Freund, der damals eine seiner Shows auf DVD besaß. Die heutige Show begann er mit ein paar Witzen, bevor er dann den Puppen seine Stimme verlieh. 
Walter als Frankenstein
In seiner Show kontrolliertes Chaos kann zunächst Walter, ein alter griesgrämiger Mann zum Einsatz. Dann folgten Peanut, José Jalapeño (eine sprechende Chilischote am Stiel), Bubba J, der Südstaatler und zum Grünen den Abschluss Achmed der tote Terrorist. Das Besondere an dieser Show war nicht nur dass alle Puppen ein Halloween Kostüm anziehen sollten, sondern auch das schon einige Ausschnitte aus seiner neuen Show gezeigt worden. So kam Achmed zum Beispiel als amerikanische Frau verkleidet da er sich vor diesen am meisten fürchte. 
Achmed als amerikanische Blondine
Die Show war großartig und wir haben wirklich sehr viel gelacht. Die Witze hier wiederzugeben würde wirklich keinen Sinn machen. Wer einen Einblick erhalten möchte, kann sich ja mal auf YouTube umschauen. Schade fand ich es jedoch, dass Achmed nicht seinen berühmten Satz gebracht hat: "Silence, I'll kill you". Nach circa 90 Minuten war der Auftritt dann vorüber und wir machten uns wieder auf den Heimweg.
Im Januar tritt Jeff Dunham übrigens in Philadelphia mit seiner neuen Show auf - vielleicht gehe ich da noch einmal hin.
Bubba J als Vampir

Montag, 10. September 2012

Jubiläum

Eigentlich war es ein ganz normaler Arbeitstag. Wir hatten wie immer Teammeeting. Da nur meine Chefin und ich in Malvern arbeiten, sind die anderen beiden Teammitglieder nur per Telefon zu bescheiden. Gegen Ende des Meetings verkündetet dann meine Chefin, dass sie mir noch etwas überreichen müsste. Zunächst wusste ich nicht zurecht worauf sie den hinaus will. Sie zuckte eine braune Mappe und gratulierte mir zu meinem fünfjährigen Dienstjubiläum welches am 1. Oktober ist. Ich war wirklich sehr überrascht. Zumal ich weiß, dass man in Deutschland nicht mal die Hand geschüttelt bekommt und bis zum 25. warten muss. Da klappte meinen Kollegen regelrecht die Kinnlade herunter. Das wäre hier in einer Kultur, wo man regelmäßig Dankesemail im Geschäftsleben und Dankeskarten im Privatleben versendet unvorstellbar. Die Mitarbeiter würden an sich selbst zweifeln ob sie denn etwas verkehrt machen wenn nicht ab und zu mal eine Thank You, Good Job oder ähnliches in ihre Richtung wandert. 
Als hätte die Urkunde nicht schon meine Erwartungen übertroffen, darf ich mir auch noch eine kleine Aufmerksamkeit auf einer eigens dafür vorgesehenen Internetseite aussuchen. Meine Chefin erzählte mir, dass sie sich zu ihrem 25. Jubiläum einen BBQ Grill ausgesucht hat. Mal sehen was ich finde, denn Sperriges oder Elektronisches möchte ich vermeiden. Schließlich muss das Ganze hier irgendwann mal wieder zurück nach Deutschland.
Da habe ich ja wirklich Glück gehabt, dass ich genau zu meinem fünfjährigen Siemens Geburtstag hier in den USA bin.

Sonntag, 9. September 2012

Pennsylvania Renaissance Faire

Um 11 Uhr öffnen sich die Tore der Pennsylvania Renaissance Fair. In Deutschland würden wir es als Mittelaltermarkt/-fest bezeichnen. Das bunte Treiben findet jedes Jahr in Manheim, PA statt, welches übrigens in der Nähe von Libanon (Lebanon) liegt. Bereits am Eingang wurden wir von einem Schausteller begrüßt - und das auf Deutsch, da er uns wohl untereinander reden gehört hat. Er erzählte uns dass er jedes Jahr auf einem Mittelaltermarkt in einem kleinen Dorf Nahe Regensburg auftritt.


Da es morgens noch nicht so voll ist, beschlossen wir als erstes die Spiele auszuprobieren. Nach dem man also noch einmal extra Marken käuflich erworben hat konnte man Messer werfen, Bogenschießen, Steinschleuderschießen, Armbrust schießen, Hau den Lukas etc. machen. Ich entschied mich für Messerwerfen. Gar nicht so einfach das Messer so zu werfen, dass es dann auch in der Wand stecken bleibt. Als nächstes war Bogenschießen dran. Auch schwerer als ich erwartet hätte. Das Problem hierbei ist nicht nur das Zielen sondern als weitere Variable kommt hier noch das Spannen des Bogens hinzu. Je weiter man spannt, desto mehr Kraft hat der Pfeil und desto gerader fliegt er. Letzter Versuch war die Armbrust. Da ist wenigstens die Kraft mit der der Pfeil abgeschleudert wird immer gleich und ich musste nur zielen. Da schaffte ich es dann auch den angemalten Drachen an der Wand zu erledigen. 
Nach dieser Sporteinlage schauten wir uns in der kleinen mittelalterlichen Stadt um. Neben einem Ritterkampf sahen wir auch eine Schlammschlacht und ein menschliches Schachspiel und verschiedene Gaukler die jonglierte und anderweitig die Zuschauer unterhielten. Als dann am späten Nachmittag die Wolken aufzogen und es anfing zu regnen machten wir uns wieder auf den Rückweg. Aber nach immerhin 5 Stunden hatten wir sowieso fast alles gesehen.

Donnerstag, 6. September 2012

Longwood Gardens

Zur Abwechslung ging es nach der Arbeit mal in die Longwood Gardens. Hier gibt es gerade eine besondere Ausstellung zum Thema Licht des Künstlers Bruno Munro. Verschiedene Installation von Lampen und Lichtern, welche auf besondere Weise in die Landschaft integriert wurden können bei Nacht bewundert werden. 
Kurz nach halb 8 wurde es dann auch endlich dunkel und da der Park nur bis 9 Uhr geöffnet ist, musste ich mich beeilen damit ich auch alles sehen kann. Leuchttürme aus Plastikflaschen die mit LED Leuchten ausgestattet sind,  eine Lichtdusche mit leuchtenden Regentropfen, sich farblich wechselnde Schneebälle die von der Decke des Konservatoriums hängen, und ganze leuchtende Felder die noch dazu ihre Farbe verändern mit den dazugehörigen Reflexionen im kleinen Fluss davor. Besonders beeindruckend fand ich den "Forest of Light". Links und rechts des Waldweges befanden sich 20.000 der leuchtenden und sich ändernden Leuchtbirnen. Es ist wirklich faszinierend was dieser Park immer wieder auf die Beine stellt. 

Mittwoch, 5. September 2012

Neue Mitbewohner

So ich melde mich aus der Sommerpause zurück, die ich hauptsächlich mit Lernen und Prüfung schreiben verbracht habe. Nachdem ich Glück hatte und von den Lufthansa-Kabinenpersonal-Streiks in Deutschland nicht betroffen war, kam ich wie geplant am Montag von meinem 2 wöchigen Deutschland Aufenthalt zurück. Mich hatte eine heftige Erkältung erwischt und der 8 stündige Flug verbesserte meinen Gesundheitszustand natürlich nicht. Ich muss wohl so elend ausgesehen haben, das selbst der Officer bei der Einreise meinte ich solle doch schnellstmöglich ein bisschen Schlaf bekommen.
Während ich in Deutschland war hat sich auch einiges an meiner Wohnsituation hier in den USA geändert. Sonya und Sarah waren nach dem Semester Anfang Juli ausgezogen und ich hatte die letzten 6 Wochen allein auf der oberen Etage gewohnt. Die beiden haben ihr Studium hier in der Gegend beendet und sind nun bei einem Field Semester im Ausland bei Hilfsorganisationen beschäftigt. Ende August, also während meiner Abwesenheit, ist dann die neue Generation an Studenten eingezogen. Auch diese studieren internationale Entwicklungshilfe an der Easter University bzw. macht eine ihren MBA. Insgesamt sind es nun aber 3 Studenten, das heisst alle Zimmer, auch das kleine Office in dem ich anfänglich schlief, sind belegt. Das macht sich natürlich auch im Kühlschrank und den Küchenschränken bemerkbar.
Bisher verstehe ich mich Christine wirklich sehr gut. Ihr Vater kommt aus Puerto Rico, ihre Mutter ist Brasilianerin sie spricht sowohl Spanisch als auch Portugiesisch fließend ist allerdings in Florida geboren und somit Amerikanerin.
Megan ist aus Alaska und Ashley ist wiederum aus Florida. Mit den beiden habe ich noch nicht so viel zu tun gehabt, sie sind auch meist nur im Zweierpack unterwegs und sehr mit sich beschäftigt. Ich werde morgens auch immer durch lautes Tueren öffnen und Abschließen dergleichen geweckt - verschlafen werde ich also bestimmt nicht. Dann scheinen sie joggen zu gehen, auf jeden Fall ist das Auto immer weg. So auch heute, nur da war das Auto nicht weg, sondern stand einfach mal in der Mitte des Driveways, weit und breit kein Fahrer zu sehen und ich musste auf Arbeit. Daran vorbeifahren ist unmöglich da der Driveway an der einen Seite durch eine Böschung und auf der anderen Seite durch einen Hang und Baum begrenzt wird. Also konnte ich nichts anderes tun als warten. Man kann sich vorstellen dass sich in mir etwas Unmut breitmachte. Nach ca. 12 Minuten kamen die beiden dann angeschlendert und beschleunigten nicht man ihren Gang als sie mich warten sahen. Ashley entschuldigte sich dann in der bekannten amerikanischen, wenig ernstgemeinten Art und erklärte sie hätte einen Platten. Zu Megan meinte sie fragten, ob sie vielleicht das Auto bewegen sollten. Ich dachte mir nur "nicht nur vielleicht" ich will hier schließlich nicht versauern bis dein Pannendienst kommt. Während sie sich noch fragte ob sie denn das Auto bewegen können beantwortete ich ihr dies mit der provokativen Frage "How did you get there?" Sie seien wohl losgefahren, haben dann nach ca. 5m das Geräusch gehört und angehalten....hmmm...hätten es die 5m bis zum Ende des Driveways denn wirklich ausgemacht? Hier am Hang ohne Platz wird sowieso niemand den Reifen wechseln. Langsam machte sie mir also den Weg frei. Eigenartige Geschichte und nicht sehr mitgedacht von den beiden. Wie überraschend, dass morgens jemand auf Arbeit fahren möchte!?